Virtual Reality als verschreibungsfähige Therapieergänzung. Mit dieser Idee sammelt das Regensburger Startup Brainjo jetzt zwei Millionen Euro Anschubfinanzierung ein.
Gerade in der Psychotherapie sind Therapieplätze rar und die Wartelisten lang. Daran will das Digital Health Startup Brainjo etwas ändern – und zwar mit Hilfe von Virtual Reality. Das hat nun auch Investoren überzeugt. Die Regensburger konnten zwei Millionen Euro Seed-Kapital einsammeln, unter anderem vom Healthtech-Gründerfonds und weiteren Business Angels wie Andreas Weinhut, Logistikunternehmer aus Regensburg, der Medice Health Family als strategischer Partner oder Better Ventures aus München. Medice will das Konzept von Brainjo auch direkt ins eigene Therapieangebot aufnehmen, sagt Dr. Felix Lambrecht, der den dortigen Geschäftsbereich Mentale Gesundheit verantwortet: „Wir sind schon seit längerem in Austausch mit dem agilen und dynamischen Team der Brainjo. Speziell der strategische Fit von VR-Therapie ist eine ideale Ergänzung für unser Therapieangebot.“
Brainjo entwickelt digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA), die von Therapeutinnen, Therapeuten oder Ärztinnen und Ärzten verordnet und von der Krankenkasse erstattet werden. Der Ansatz: Nicht die klassische Psychotherapie ersetzen, sondern die Lücken schließen, die das System lässt. Patientinnen und Patienten erhalten so Zugang zu einer immersiven, individualisierten und skalierbaren Therapieform, ergänzend zu bestehenden Behandlungsangeboten und direkt von zuhause.
„Wir waren von Anfang an überzeugt – vom Team, von der Technologie und vom Markt. Digitale Therapien in der Psychotherapie stecken noch in den Anfängen, aber das Potenzial ist enorm. Was Brainjo von rein softwarebasierten Lösungen unterscheidet, ist die Tiefe der Immersion durch Virtual Reality – ein klinisch relevanter Ansatz, den wir gemeinsam mit Studiendaten fundieren werden und somit die Adhärenz steigern“, ist Dr. Jörg Traub, Principal beim HTGF überzeugt.



