Prävention beginnt an den Schulen, ist ein Bündnis überzeugt und fordert den bundesweiten Einsatz von Schulgesundheitsfachkräften. Finanziert werden sollen die über eine potenzielle Zuckersteuer.
Prävention setzt idealerweise früh an, sehr früh, findet ein Bündnis aus BKK Dachverband, BundeschülerInnenkonferenz, Bundeselternrat sowie dem Deutschen Pflegerat. In einem gemeinsamen Memorandum wird eine bundesweite, flächendeckende und vor allem verbindliche Etablierung von Schulgesundheitsfachkräften gefordert. Auch deren Finanzierung wurde mitgedacht. Die Einnahmen aus einer Zuckersteuer könnten direkt in eine frühe Prävention investiert werden.
„Kinder und Jugendliche verbringen viel Zeit in der Schule. Und genau dort brauchen sie Gesundheitsangebote und eine verlässliche Ansprechperson“, erklärt Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK Dachverbandes. „Schulgesundheitsfachkräfte bringen Gesundheitsförderung, Prävention und medizinisch-pflegerische Versorgung an den Lernort Schule. Sie können Kinder und Jugendliche, ihre Familien sowie Lehrkräfte im Alltag deutlich entlasten.“
Für eine flächendeckende Umsetzung bräuchte es einen Schulgesundheitspakt von Bund und Ländern. Den die Unterzeichner des Memorandums für dringend geboten halten. Denn die gesundheitliche Situation vieler Kinder und Jugendlicher in Deutschland verschlechtert sich von Tag zu Tag: Psychische Belastungen, chronische Erkrankungen, Bewegungsmangel und Übergewicht prägen inzwischen das Bild in vielen Klassenzimmern.
Deshalb sollten idealerweise bundesweit bis zu 10.000 Stellen für solche Schulgesundheitsfachkräfte geschaffen werden. Ebenso müssten einheitliche Rahmenbedingungen für Ausbildung, Aufgabenprofil sowie eine abgesicherte Finanzierung festgelegt werden.
Dass sich diese Art der Prävention lohnt, davon ist Jana Luntz, Vize-Präsidentin des Deutschen Pflegerates, überzeugt: „Die Kompetenz der Pflege gehört in die Schule. Schulgesundheitsfachpersonen sind Pflegefachpersonen. Sie können Beschwerden einschätzen. Sie leisten Erste Hilfe. Sie begleiten und unterstützen Kinder mit chronischen Erkrankungen. Sie stärken Inklusion. So entsteht Entlastung: für Kinder, Eltern, Lehrkräfte, Arztpraxen und für das Gesundheitssystem. Das ist eine sinnvolle Investition in die Zukunft unserer Kinder, in bessere Bildung und in Teilhabe.“



