Zi-Trendreport: Weniger Telemedizin, mehr hausärztliche Videosprechstunden

by | Jun 26, 2024

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Der aktuelle Zi-Trendreport 2023 zeigt: Immer mehr Hausärzte nutzen die Videosprechstunde. Gleichzeitig sorgt Entbudgetierung nicht für steigende Fallzahlen.

 

Insgesamt sind telefonische Beratungen und Videosprechstunden in Deutschland rückläufig, zeigt der Zi-Trendreport 2023. Und das deutlich: 10,2 Prozent weniger telefonische Beratungen und sogar 18 Prozent weniger Videosprechstunden als noch 2022. Zudem verlagert sich das Angebot an Videosprechstunden. Während 2022 lediglich 27,5 Prozent der Videosprechstunden von Hausärzten und 61,4 Prozent von Psychotherapeuten vorgenommen worden sind, fallen 2023 bereits 41,5 Prozent der Videosprechstunden auf den hausärztlichen und nur noch 44,1 Prozent auf den psychotherapeutischen Versorgungsbereich.

Und noch etwas ist deutlich: Die Behandlungsfälle sind 2023 mit 575 Millionen zwar annährend auf dem Vorjahresniveau, dennoch sinkt die Zahl der abgerechneten Behandlungsfälle bei Hausärzten leicht um 3,7 Prozent. Dasselbe ist in der Kinder- und Jugendmedizin zu beobachten. Hier gaben die Fallzahlen um 1,7 Prozent nach. Verwunderlich ist der Rückgang vor allem aufgrund der sogenannten Entbudgetierung nun auch für Hausärzte.

Wo es hingegen einen deutlichen Zuwachs bei den Behandlungsfallzahlen gab, waren die Humangenetik (+25,7 Prozent) sowie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie (+6,8 Prozent). Auch bei den Fachärzten gab es einen leichten Zuwachst von 1,1 Prozent.

Erfreulich: mehr ambulante Operationen

Die Anzahl der ambulanten Operationen hat 2023 mit einem Plus von 256.000 Behandlungsfällen gegenüber 2022 deutlich zugenommen (+5,8 Prozent). Im Bereich der antragspflichtigen Richtlinien-Psychotherapien weisen die Abrechnungsdaten für 2023 sowohl bei den Einzeltherapien als auch bei den Gruppentherapien deutliche Zuwächse auf. In diesem Zeitraum sind 4,3 Millionen Einzeltherapien und 290.000 Gruppentherapien abgerechnet worden. Das sind 3,5 Prozent mehr Einzeltherapien, respektive 36,2 Prozent mehr Gruppentherapien als 2022.

Insgesamt betont der Zi-Vorsitzende Dominik von Stillfried, dass die hohen Fallzahlen in der ambulanten Versorgung verdeutlichen würden, dass die Politik an einigen Stellschrauben nachjustieren müsse, damit Mediziner wieder mehr Zeit für die Patienten in ihren Praxen haben und auch freiwerdende Arztsitze wiederbesetzt werden können. Denn die Niedergelassenen würden nach wie vor gegen unnötige Belastungen ankämpfen, glaubt von Stillfried: „Die Digitalisierung und die Einführung neuer Anwendungen der Telematikinfrastruktur wie etwa das E-Rezept lassen sich mit den Praxissoftwaresystemen nach wie vor nicht reibungslos umsetzen. Die Anpassung der Preise für ärztliche Leistungen bleibt unterhalb der Lohnkosten- und Inflationsentwicklung und weit hinter den Zuwächsen zurück, die die Krankenhäuser erhalten. Dies erschwert den Praxen, Personal zu halten. Hinzu kommt eine zeitraubende Bürokratielast.“

Im Zi fordert man deshalb konsequente Schritte zur Entlastung aller Praxen. „Vielerorts werden aufgrund der aus der Zeit gefallenen Mengenbegrenzungen immer noch erhebliche Leistungsanteile ohne entsprechende Leistungsvergütung erbracht. Viele niedergelassene Ärztinnen und Ärzte spielen aktuell mit dem Gedanken, in ihren Praxen vorzeitig das Licht auszumachen. Und dies in Zeiten, in denen wir eigentlich jeden aktiv in der Versorgung benötigen“, betont von Stillfried. Für ihn bleibt es daher unverständlich, warum nicht jede Leistung voll bezahlt wird.

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Grün und vielfältig sollte sie sein, unsere Ernährung. Und einem Gemüse kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Gemüsekohl. Am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) gibt es mit dem Projekt SharpGreens sogar ein eigenes Forschungsprojekt, das jetzt in die zweite Phase startet. Die wissenschaftliche Fragestellung: Wie beeinflusst eine vielfältige Ernährung reich an Gemüsekohl die Gesundheit? Die humane Interventionsstudie wird gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Freiburg umgesetzt. Erforscht werden sollen vor allem die Auswirkungen auf die Immunfunktionen und das Darmmikrobiom.
Der Interventionsstudie ist eine intensive erste Projektphase vorangegangen, für die am IGZ in den vergangenen 30 Jahre eine umfassende Analytikplattform für sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Abbauprodukte entwickelt wurde. Im Fall des Gemüsekohls geht es um die sogenannten Glucosinolate, die beim Verzehr enzymatisch zu gesundheitsfördernden Abbauprodukten, den Isothiocyanaten, umgewandelt werden können. Diese Substanzen haben entzündungshemmende, antikanzerogene und antimikrobielle Eigenschaften. Bisher wurden mehr als 100 verschiedene Glucosinolate in Pflanzen identifiziert, wobei die Wirksamkeit ihrer Abbauprodukte stark variieren kann.
Über 300 Kohlsorten kultiviert
Im Rahmen des Projekts SharpGreens kultivierte das Team von Projektleiterin Dr. Katja Witzel im letzten Jahr 300 Genbank- und 17 kommerzielle Kohlsorten am IGZ und analysierte die Glucosinolat-Gehalte und Abbauprodukte. Dabei wurden 24 Kohlsorten mit verbesserten Glucosinolat-Gehalten und gewünschten -Abbauprofilen identifiziert. Diese stammen aus verschiedenen Regionen, darunter Kohlrabi aus der ehemaligen DDR, Blumenkohl-Sorten aus Italien, Weißkohl aus Japan und Spanien, Grünkohl aus Schweden und bulgarischer Rotkohl. Zur weiteren Aufklärung des enzymatischen Glucosinolat-Abbaus wurde das Proteom aller Kohlsorten am IGZ analysiert und ergänzend dazu eine genomweite Assoziationsstudie vom Projektpartner Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) durchgeführt.
In der nun gestarteten zweiten Projektphase werden die ausgewählten Kohlsorten in der Interventionsstudie am Universitätsklinikum Freiburg unter der Leitung von Prof. Dr. Evelyn Lamy eingesetzt. Es wird untersucht, ob der Verzehr einer vielfältigeren Gemüsekohl-Diät die Gesundheit beeinflusst und ob diese Effekte auf den hohen Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen oder die Pflanzenvielfalt zurückzuführen sind. Die Probanden erhalten dafür in einem randomisierten Crossover-Versuch vier verschiedene Gemüsekohl-Diäten, die aus gefriergetrockneten Kohlpflanzen am IGZ hergestellt werden und definierte Mengen an bioaktiven Substanzen enthalten. Außerdem wird der Einfluss der Vielfalt an Gemüsekohl in der Ernährung auf die Zusammensetzung des Darmmikrobioms untersucht.
Bewusstsein für Vielfalt fördern
Die Forschungsergebnisse sollen anschließend über verschiedene Formate wie Kochevents, Feldführungen und Ausstellungen an die Öffentlichkeit kommuniziert werden. Ziel ist es, das Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt in der Landwirtschafft sowie eine vielfältige pflanzenbasierte Ernährung zu fördern. Unterstützt werden die Forscher dabei von proWissen Potsdam e.V. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert SharpGreens im Rahmen der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) und der Richtlinie zur Erforschung der Zusammenhänge zwischen Biodiversität und menschlicher Gesundheit (BiodivGesundheit2) mit 1,1 Millionen Euro für einen Zeitraum von drei Jahren.

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