Für Zealand Pharma sind die Studienergebnisse vom Wirkstoffkandidat Petrelintide positiv, die Börse hat da eine ganz andere Meinung zu.
So geht es manchmal an der Börse: Für Anleger waren die gestern veröffentlichten und grundsätzlich positiven Ergebnisse der Phase-II-Studie zum Wirkstoffkandidaten Petrelintide offenbar nicht positiv genug. Die Aktien der dänischen Zealand Pharma brachen nach Veröffentlichung um mehr als 30 Prozent ein und notierten auf dem niedrigsten Stand seit August 2023. Auch Entwicklungspartner Roche hat der Börsengroll getroffen – wenn auch vergleichsweise mild. Hier brach der Aktienkurs nur um bis zu 3,3 Prozent ein.
Was die Börse moniert: Die Probanden der Zealand-Studie hatten nach 42 Wochen lediglich eine mittlere Gewichtsreduktion von rund 10,7 Prozent erreicht – im Vergleich zu 1,7 Prozent der Placebo-Gruppe. Und das ist offenbar nicht Blockbuster-verdächtig. Denn genau darum geht es Zealand Pharma, sie wollen im Adipositas-Geschäft mitmischen, das aktuell von den Abnehmmedikamenten von Novo Nordisk und Eli Lilly beherrscht wird.
Zealand-CEO und Präsident Adam Steensberg bleibt dennoch positiv und glaubt an das Potenzial von Petrelintide, das Gewichtsmanagement neu zu definieren: „Seine Placebo-ähnliche Verträglichkeit übertrifft unsere Erwartungen und setzt in Kombination mit einer zweistelligen Gewichtsreduktion einen neuen Standard.“ Was Steensberg vor allem motiviert, weiter zu machen, sei der Faktor, dass Patienten die Behandlung mit Petrelintide potenziell dauerhaft einhalten könnten.
Auch deshalb plant man in Dänemark, noch in diesem Jahr mit der anschließenden Phase-III-Studie zu beginnen. Zudem werden in der zweiten Jahreshälfte noch die Ergebnisse einer zweiten Phase-II-Studie mit Personen mit Typ-2-Diabetes erwartet, die ebenfalls mit Petrelintide behandelt wurden. Vielleicht fasst die Börse beides dann besser auf.



