Zahl der Ersthelfer in Deutschland steigt

von | Mai 7, 2025

Im Zweifel die Angst überwinden, kann leben retten. Doch dafür braucht es niederschwellige Ersthelfer-Trainings. Quelle: IRuN/UKSH Kiel

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Heute veröffentlichte Zahlen des Deutschen Reanimationsregisters zeigen: Es kommt wieder Bewegung in die Reanimationsversorgung in Deutschland.

 

Die Jahre des Stillstands sind vorbei, attestiert das Deutsche Reanimationsregister. Sowohl die Quote der Wiederbelebungen durch Ersthelfer als auch die der telefonischen Anleitung zur Reanimation (Telefon-CPR) sind im Jahr 2024 gestiegen. Das geht aus den aktuellen Zahlen hervor, die beim heutigen Jahrestreffen in Düsseldorf vorgestellt wurden.

Für die Auswertung wurden Daten von 198 Notarzt- und Rettungsdiensten aus dem gesamten Bundesgebiet herangezogen. Gemeinsam decken sie eine Versorgungsregion mit rund 42 Millionen Menschen ab. Aus dieser Gesamtgruppe wurde zusätzlich eine sogenannte Referenzgruppe gebildet – 44 Standorte mit besonders vollständiger und qualitativ hochwertiger Dokumentation. Die Auswertungsergebnisse werden sowohl für die Gesamtmenge als auch auf Basis der Referenzgruppe dargestellt. Diese doppelte Datengrundlage erlaubt zuverlässige Hochrechnungen und valide Rückschlüsse auf die Reanimationsversorgung in Deutschland.

In der Referenzgruppe ist der Anstieg bei der Ersthelfer-Reanimationsquote besonders deutlich: Sie erhöhte sich von 50,7 Prozent im Jahr 2023 auf 55,4 Prozent im Jahr 2024. Im Gesamtdatensatz liegt die Quote mit 52,0 Prozent rund zwei Prozentpunkte höher als im Vorjahr. „Diese Entwicklung ist ermutigend und zeigt, dass die langjährigen Anstrengungen in der Bevölkerung Wirkung zeigen“, erklärt Prof. Dr. Matthias Fischer, Mitglied im Organisationskomitee des Deutschen Reanimationsregisters. „Nach einem längeren Plateau sehen wir endlich wieder einen Aufwärtstrend – das sollte uns ermutigen, den eingeschlagenen Weg entschlossen weiterzugehen.“

Prof. Dr. Jan-Thorsten Gräsner, Sprecher des Organisationskomitees des Reanimationsregisters betont: „Die aktuelle Entwicklung ist ein wichtiger Schritt, aber wir sind noch weit entfernt von skandinavischen Vorbildern, die Ersthelfenden-Reanimationsquoten von über 70 Prozent erreichen.“ Was es laut Gräsner dafür braucht, seien gesetzlich verankerte Reanimationsschulungen an Schulen und passgenaue Trainingsangebote für Erwachsene – niedrigschwellig, regelmäßig und lebensnah. Denn im Ernstfall zähle jede Sekunde. Jede und jeder kann ein Leben retten.

Aber nicht nur der Anstieg bei den Ersthelfern war mehr als deutlich: In der Referenzgruppe stieg die Quote der Telefonreanimationen von 33 Prozent im Jahr 2023 auf 40,4 Prozent im Jahr 2024. Bei der Gesamtmenge lag die Quote bei 37,3 Prozent (Vorjahr: 33,9 Prozent). „Auch das ist ein starkes Signal“, betont Prof. Fischer. „Die telefonische Anleitung durch die Leitstellen hilft Ersthelfenden, die Hemmschwelle zu überwinden und trägt wesentlich dazu bei, die Überlebenschancen zu verbessern. Diese Form der Unterstützung muss flächendeckend verfügbar und konsequent umgesetzt werden.“

Mit insgesamt über 560.000 Datensätzen – darunter knapp 80.000 neue Fälle aus dem Jahr 2024 – ist das Deutsche Reanimationsregister die größte notfallmedizinische Datenbank im deutschsprachigen Raum. Die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI), Trägerin des Registers, engagiert sich seit vielen Jahren mit Kampagnen wie der „Woche der Wiederbelebung“, den Bad Boller Reanimations- und Notfallgesprächen und weiteren Initiativen für eine verbesserte Reanimationsversorgung.

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