Zahl der Behandlungsfehler in Deutschland steigt

by | Mar 4, 2024

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Die Techniker Krankenkasse meldet Anstieg medizinischer Behandlungsfehler in Deutschland. Krankenhausreform soll es richten.

 

Eine aktuelle Analyse der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt: Die Anzahl der vermuteten Behandlungsfehler hierzulande bleibt weiterhin hoch. Im vergangenen Jahr wandten sich diesbezüglich 6.509 Versicherte an die Kasse. Ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, in dem 5.979 Versicherte einen möglichen Fehler bei der Behandlung reklamierten. Zudem weisen Studien auf eine beträchtliche Dunkelziffer hin, wie auch Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK bestätigte. Oft bleiben Fehler von Betroffene unentdeckt und somit auch eine Meldung bei der Krankenkasse aus.

Eine aktuelle Analyse der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt: Die Anzahl der vermuteten Behandlungsfehler hierzulande bleibt weiterhin hoch. Im vergangenen Jahr wandten sich diesbezüglich 6509 Versicherte an die Kasse. Ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, in dem 5979 Versicherte einen möglichen Fehler bei der Behandlung reklamierten. Zudem weisen Studien auf eine beträchtliche Dunkelziffer hin, wie auch Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK bestätigte. Oft bleiben Fehler von Betroffene unentdeckt und somit auch eine Meldung bei der Krankenkasse aus.

Chirurgie besonders anfällig für Fehler

Die TK ist mit über elf Millionen Versicherten die größte deutsche Krankenkasse. Ihre Zahlen gelten als repräsentativ für die allgemeine Lage im deutschen Gesundheitswesen.

Laut ihrer Statistik ist die Bandbreite der gemeldeten Fälle vielfältig und reicht von der falschen Medikamentengabe bis hin zu vergessenen Tupfern oder Operationsbesteck im Bauchraum sowie Operationen am falschen Arm oder Bein. Vor allem in der Chirurgie kommt es zu Fehlern. 33 Prozent der Meldungen erfolgten in dieser Fachrichtung, gefolgt von Zahnmedizin/Kieferorthopädie mit 17 Prozent. 

Hoffnung auf Krankenhausreform

Hoffnung äußert Baas hinsichtlich der geplante Krankenhausreform. Diese zielt darauf ab, die Spezialisierung der Kliniken zu stärken, finanzielle Anreize für unnötige Eingriffe zu reduzieren, das Personal zu entlasten und die Qualität der Versorgung durch eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen den Krankenhäusern zu steigern. Eine erfolgreiche Umsetzung der Reform könnte dazu beitragen, dass Behandlungsfehler im stationären Bereich in den kommenden Jahren abnehmen.

Datenschutz bleibt Herausforderung

Eine Herausforderung sieht Baas jedoch in den bestehenden Datenschutzauflagen, die eine effektive Aufklärung über Behandlungsfehler behindern können. Derzeit dürfen Krankenkassen beispielsweise Betroffene nicht kontaktieren, selbst wenn klare Hinweise auf einen Behandlungsfehler vorliegen. Baas kritisiert diese Beschränkungen und fordert eine Anpassung, um eine bessere Aufklärung und Prävention von Fehlern zu ermöglichen Um Versicherten zu helfen, ihre Verdachtsfälle von Behandlungsfehlern zu prüfen, bietet die TK Unterstützung durch den Medizinischen Dienst an. Dieser prüft die Vorwürfe kostenlos und erstellt Gutachten, die auch in rechtlichen Auseinandersetzungen genutzt werden können. Baas ermutigt Versicherte, von diesen Möglichkeiten Gebrauch zu machen, um die Qualität der medizinischen Versorgung zu verbessern und Fehler in Zukunft zu vermeiden.

 

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