Die Veranstalter des World Health Summit haben nicht zu viel versprochen: Die WHO-Investitionsrunde war die bisher größte Geberveranstaltung. Die Gesamtzusagen belaufen sich auf eine Milliarde US-Dollar.
Wenn das Ziel „Gesundheit für Alle“ Wirklichkeit werden soll, müssen „Alle für Gesundheit“ einstehen – vor allem monetär. Das ist der Weltgesundheitsorganisation auf ihrer gestrigen Investitionsrunde gelungen, die bereits im Vorfeld als bisher größte Geberveranstaltung angekündigt wurde. Es gab Zusagen in Höhe von 700 Millionen US-Dollar, plus zusätzliche 300 Millionen US-Dollar, die schon im Vorfeld von der Europäischen und Afrikanischen Union avisiert wurden. Ergo steht der WHO ein Gesamtbetrag in Höhe von einer Milliarde US-Dollar zur Verfügung, wenn alle Zusagen auch eingehalten werden.
Bundesgesundheitsminister Lauterbach hat mit seinen beiden Co-Gastgebern, den Gesundheitsministern aus Frankreich und Norwegen die Eröffnungsrede gehalten.
Vermeidbare Todesfälle verhindern
Mit den Mitteln aus diesem neuen Finanzierungsinstrument hat die WHO Großes vor: In den kommenden vier Jahren sollen 40 Millionen vermeidbare Todesfälle durch Krankheiten verhindert werden – eine Arbeit, die „uns allen zugute komme“, wie Bundeskanzler Olaf Scholz in seiner Rede betonte. Diese nachhaltige Finanzierung gebe der WHO nun nicht nur Planungssicherheit, sondern auch die nötige Flexibilität, um reagieren zu können, ist Scholz überzeugt.
Und auch Bill Gates betonte in seiner Rede, wie wichtig die Finanzierung der globalen Gesundheit ist, um eine gesündere Zukunft für alle zu erreichen. Aus seiner Sicht brauchen globale Herausforderungen auch globale Lösungen. Dafür müsse man Ressourcen bündeln und sektoren- sowie länderübergreifendes Fachwissen zusammenführen. Auch die Gates Stiftung gehört zu den Gebern des gestrigen Events, wozu Gates selbst sagte: „Ich glaube, das ist das beste Geld, das ich je ausgegeben habe. Und ich glaube, dass die Bürger aller Geberländer genauso empfinden sollten.“
Gesundheitsinvestitionen für stabilere Gesellschaften
Aus Sicht von WHO-Generalsekretär Tedros Adhanom Ghebreyesus sind die Investitionszusagen auch ein Zeichen für gerechtere, stabilere und sicherere Gesellschaften und Volkswirtschaften. Denn die Covid-19-Pandemie habe gezeigt: „Wenn die Gesundheit in Gefahr ist, ist alles in Gefahr.“
Und der Präsident des Weltgesundheitsgipfels, Axel R. Pries, betonte, dass von der Veranstaltung ein starkes Signal des Vertrauens in die multilaterale Zusammenarbeit ausgehen werde: „Die WHO ist die wichtigste globale Gesundheitsinstitution für uns alle – sie braucht eine stabile und angemessene Finanzierung. Der Weltgesundheitsgipfel ist stolz darauf, mit der WHO-Investitionsrunde einen Beitrag dazu zu leisten.“
Am heutigen dritten und letzten Tag des World Health Summit stehen Themen wie Mpox und Gesundheit im Kontext des Klimawandels im Mittelpunkt der Konferenz.



