Wird im Gesundheitswesen zu wenig bezahlt?

by | Apr 30, 2024

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Zahlen des Statistischen Landesamts NRW zeigen, dass in manchen Gesundheitsberufen mehr als 1.000 Euro unter dem Durchschnitt gezahlt wird.

 

3.663 Euro brutto pro Monat verdienen Fachkräfte in Nordrhein-Westfalen im Durchschnitt. Das belegen heute vom dortigen Statistischen Landesamt veröffentlichte Zahlen. Und während der Verdienst von Kranken- und Altenpflegern mit 4.096, respektive 3.926 Euro brutto pro Monat leicht über dem Durschnitt liegt, verdienen die meisten Menschen, die im Gesundheitswesen tätig sind doch deutlich weniger. Für Pharmazeutisch-technische Assistenten gibt es nur 2.864 Euro brutto im Monat, für Arzthelfer sogar nur 2.852 Euro brutto pro Monat. Und angestellte Augenoptier verdienen gerade einmal 2.637 Euro brutto. Noch weniger bringen Zahnarzthelfer (2.510 Euro) und Orthopädiemechaniker (2.372 Euro) jeden Monat nach Hause.

Dass Berufe im Gesundheitswesen damit vergleichsweise unattraktiv sind, muss angesichts dieser Zahlen nicht überraschen. Immerhin wird ab dem 1. Mai der Verdienst in der Altenpflege durch die Erhöhung des Pflegemindestlohns angepasst. Hilfskräfte erhalten dann mindestens 15,50 Euro brutto pro Stunde, qualifizierte Pflegehilfskräfte 16,50 Euro und Pflegefachkräfte 19,50 Euro. Eine weitere Erhöhung der Mindestlöhne in der Altenpflege soll dann zum 1. Juli 2025 folgen. Sie ist nach Qualifikationsstufen gestaffelt und gilt – ebenso wie die erste Erhöhung zum Mai – einheitlich im gesamten Bundesgebiet.

Beim Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) begrüßt man die neue Pflegepersonalbemessungsverordnung als ein sehr positives Signal für die Berufsgruppe. Für alle andere Gesundheitsberufe fehlt ein solch deutliches Signal der Wertschätzung für ihre wichtige Arbeit noch.

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