Willkommen im (Cannabis)Club

by | Jul 1, 2024

Anhoren

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Stufe zwei der Cannabis-Legalisierung zündet: Ab heute dürfen die sogenannten Cannabis-Clubs unter strengen Vorgaben mit dem Anbau beginnen – theoretisch. Praktisch haben noch nicht alle Bundesländer den entsprechenden Rechtsrahmen geschaffen. 

 

„Mit den Anbauvereinigungen machen wir langfristig die Dealer arbeitslos“, kündigte Bundesgesundheitsminister Lauterbach gegenüber der Bild am Sonntag vollmundig an. Ab heute darf in Deutschland mit Stufe zwei der Cannabis-Legalisierung jeder Erwachsene in Deutschland einem sogenannten Cannabis-Clus beitreten. Gemeint sind Anbauvereinigungen mit bis zu 500 Mitgliedern, die Hanf nicht nur gemeinsam anbauen, sondern Cannabis auch untereinander zum Eigenkonsum abgeben dürfen. Das sei ein Schutz für die Konsumenten, glaubt Lauterbach.

Allerdings dürfte es etwas dauern, bis die eigene Ernte den Club-Mitgliedern auch wirklich Freude bereitet. Denn zunächst müssen die Vereine die Anbauerlaubnis bei den entsprechenden Behörden in ihren jeweiligen Bundesländern beantragen. Und auch die Regeln sind streng: Die Clubs müssen Mitgliederzahl, Lage und Größe der Anbauflächen benennen sowie einen Mindestabstand zu Schulen und Spielplätzen einhalten. Auch die Cannabismenge pro Jahr muss angegeben werden. Zudem herrscht ein Werbeverbot für Mitglieder.

Für die Länder ist der bürokratische Rahmen für die Cannabis-Clubs und dessen Umsetzung ein wenig „learning by doing“, sagt der baden-württembergische Gesundheitsminister Manne Lucha sagt. Er sieht sein Bundesland aber grundsätzlich gut aufgestellt für die nun eintreffenden Anträge. Anders die Situation in Berlin. Hier hat der Senat zum Stichtag keine Voraussetzungen geschaffen, um nun Anträge entgegennehmen und bewilligen zu können. Die Cannabis-Freunde in der Hauptstadt brauchen also erst einmal einen langen Atem.

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Gemüsekohl für die Gesundheit

Forscher des Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau haben jene Kohlsorten identifiziert, die besonders wertvolle Pflanzenstoffe für den Menschen beinhalten. Wie die sich auf die Gesundheit auswirken, wird nun in einer Interventionsstudie untersucht.

Grün und vielfältig sollte sie sein, unsere Ernährung. Und einem Gemüse kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Gemüsekohl. Am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) gibt es mit dem Projekt SharpGreens sogar ein eigenes Forschungsprojekt, das jetzt in die zweite Phase startet. Die wissenschaftliche Fragestellung: Wie beeinflusst eine vielfältige Ernährung reich an Gemüsekohl die Gesundheit? Die humane Interventionsstudie wird gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Freiburg umgesetzt. Erforscht werden sollen vor allem die Auswirkungen auf die Immunfunktionen und das Darmmikrobiom.
Der Interventionsstudie ist eine intensive erste Projektphase vorangegangen, für die am IGZ in den vergangenen 30 Jahre eine umfassende Analytikplattform für sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Abbauprodukte entwickelt wurde. Im Fall des Gemüsekohls geht es um die sogenannten Glucosinolate, die beim Verzehr enzymatisch zu gesundheitsfördernden Abbauprodukten, den Isothiocyanaten, umgewandelt werden können. Diese Substanzen haben entzündungshemmende, antikanzerogene und antimikrobielle Eigenschaften. Bisher wurden mehr als 100 verschiedene Glucosinolate in Pflanzen identifiziert, wobei die Wirksamkeit ihrer Abbauprodukte stark variieren kann.
Über 300 Kohlsorten kultiviert
Im Rahmen des Projekts SharpGreens kultivierte das Team von Projektleiterin Dr. Katja Witzel im letzten Jahr 300 Genbank- und 17 kommerzielle Kohlsorten am IGZ und analysierte die Glucosinolat-Gehalte und Abbauprodukte. Dabei wurden 24 Kohlsorten mit verbesserten Glucosinolat-Gehalten und gewünschten -Abbauprofilen identifiziert. Diese stammen aus verschiedenen Regionen, darunter Kohlrabi aus der ehemaligen DDR, Blumenkohl-Sorten aus Italien, Weißkohl aus Japan und Spanien, Grünkohl aus Schweden und bulgarischer Rotkohl. Zur weiteren Aufklärung des enzymatischen Glucosinolat-Abbaus wurde das Proteom aller Kohlsorten am IGZ analysiert und ergänzend dazu eine genomweite Assoziationsstudie vom Projektpartner Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) durchgeführt.
In der nun gestarteten zweiten Projektphase werden die ausgewählten Kohlsorten in der Interventionsstudie am Universitätsklinikum Freiburg unter der Leitung von Prof. Dr. Evelyn Lamy eingesetzt. Es wird untersucht, ob der Verzehr einer vielfältigeren Gemüsekohl-Diät die Gesundheit beeinflusst und ob diese Effekte auf den hohen Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen oder die Pflanzenvielfalt zurückzuführen sind. Die Probanden erhalten dafür in einem randomisierten Crossover-Versuch vier verschiedene Gemüsekohl-Diäten, die aus gefriergetrockneten Kohlpflanzen am IGZ hergestellt werden und definierte Mengen an bioaktiven Substanzen enthalten. Außerdem wird der Einfluss der Vielfalt an Gemüsekohl in der Ernährung auf die Zusammensetzung des Darmmikrobioms untersucht.
Bewusstsein für Vielfalt fördern
Die Forschungsergebnisse sollen anschließend über verschiedene Formate wie Kochevents, Feldführungen und Ausstellungen an die Öffentlichkeit kommuniziert werden. Ziel ist es, das Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt in der Landwirtschafft sowie eine vielfältige pflanzenbasierte Ernährung zu fördern. Unterstützt werden die Forscher dabei von proWissen Potsdam e.V. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert SharpGreens im Rahmen der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) und der Richtlinie zur Erforschung der Zusammenhänge zwischen Biodiversität und menschlicher Gesundheit (BiodivGesundheit2) mit 1,1 Millionen Euro für einen Zeitraum von drei Jahren.

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