Wieder mehr Tuberkulose Fälle in Deutschland

by | Mar 15, 2024

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Die Zahl der Tuberkulosefälle in Deutschland steigt weiter an. Immer häufiger werden auch medikamentenresistente Fälle bekannt.

 

2023 sind mehr Menschen an Tuberkulose erkrankt als in den Vorjahren. Das meldet nun das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 4.481 Fälle registriert. 2022 waren es 4.082 Fälle, 2021 3.931.

Die geringeren Fallzahlen in den Vorjahren führt das RKI dabei vor allem auf die Einschränkungen während der Corona-Pandemie sowie die verringerte internationale Mobilität zurück. Nachdem sich in den Jahren 2015 und 2016 bereits ein aufsteigender Trend der Infizierten abzeichnete, gingen die Zahlen während Covid-19 wieder leicht zurück. Ein möglicher Grund für den erneuten Anstieg könnte laut RKI die Zuwanderung aus der Ukraine sein. Dort erkranken jährlich mehr Menschen an Tuberkulose als in Deutschland. Auch Fälle von medikamentenresistenter Tuberkulose sind dort häufiger. Für 2023 verzeichnet das RKI hierzulande 208 solcher Fälle und damit auch mehr Infizierte, die nicht auf eine medikamentöse Behandlung anspringen.

Der Anstieg der Tuberkulosefälle ist ein bedenklicher Trend – auch wenn sich die Erkrankung in den meisten Fällen mit Medikamenten erfolgreich behandeln lässt. Die Bakterien werden durch kleinste Tröpfchen beim Husten, Sprechen oder Niesen übertragen. Wie bei Corona ist das Risiko bei mehrstündigem Kontakt oder in schlecht belüfteten Räumen am größten. Angesichts der steigenden Zahlen betonte RKI-Präsident Lars Schaade mit Hinblick auf den Welttuberkulosetag am 24. März die anhaltende Relevanz der Infektion als eine bedeutende Herausforderung für die öffentliche Gesundheit, sowohl international als auch in Deutschland. 

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