Wieder mehr Diabetes-Typ-2 in Deutschland

von | Aug. 30, 2024

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Es erkranken wieder mehr Menschen in Deutschland an Diabetes-Typ-2. Das zeigen Zahlen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung.

 

510.000 neue Diabetes-Typ-2-Diagnosen im Jahr 2022 lautet die Bilanz, die das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) heute vermeldet. Nachdem die Zahl der Neuerkrankungen über viele Jahre rückläufig war, ist seit 2021 nun wieder ein Anstieg der Inzidenz zu beobachten. Nach wie vor erkranken Männer deutlich häufiger als Frauen.

Die Ergebnisse basieren auf einer aktuellen Datenauswertung des Zi zur Prävalenz und Inzidenz für Typ-2-Diabetes für die Jahre 2011 bis 2023 auf Basis einer Vollerfassung deutschlandweiter vertragsärztlicher Abrechnungsdaten. Die vollständigen (regionalisierten) Ergebnisse wird das Zi kommenden Donnerstag in seinem Versorgungsatlas veröffentlichen.

„Während die Veränderungen der Inzidenzen in den Jahren 2020 und 2021 noch als pandemiebedingte zeitliche Verschiebung der Erstdiagnose interpretiert werden können, zeigen unsere laufenden Datenauswertungen insgesamt eine beunruhigende Entwicklung: Nicht nur bei Diabetes, sondern auch bei anderen chronischen Volkskrankheiten wie etwa der Herzinsuffizienz, deutet sich nach Jahren rückläufiger Neuerkrankungsraten eine Trendumkehr an“, attestiert Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried. Die Daten würden insbesondere bei den höheren Altersgruppen eine deutliche Zunahme von Neuerkrankungen zeigen. Die Ursachen hierfür müssten allerdings noch untersucht werden.

Chronische Erkrankungen belasten Gesundheitssystem immens

Beim Zi glaubt man, dass eine erneute Trendumkehr nur mit verstärkter Präventionsarbeit gelingen kann – was unbedingt nötig sei, da chronischen Erkrankungen nicht nur mit einer hohen Krankheitslast und einem hohen individuellen Leidensdruck einhergehen. Sie verursachen auch enorme gesamtgesellschaftliche Gesundheitskosten, die das Gesundheitssystem, insbesondere auch wegen des rasant fortschreitenden demographischen Wandels, in naher Zukunft an seine Grenzen führen wird.

Und gerade bei Typ-2-Diabetes sind die Präventionsstrategien bekannt: Neben einer erblichen Veranlagung gelten Übergewicht und Bewegungsmangel als die wichtigsten Verursacher eines Typ-2-Diabetes. Aber auch eine unausgewogene ballaststoffarme und dafür fett- sowie zuckerreiche Ernährung und Rauchen begünstigen die Entstehung von Typ-2-Diabetes. Hier gilt es, gerade im Kinder- und Jugendalter gezielt anzusetzen, damit die Erkrankung schon in jungen Jahren eingedämmt werden kann und dann auch im Alter nicht ausbricht.

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