Die neue Bundesgesundheitsministerin Nina Warken sichert der Weltgesundheitsorganisation im Vorfeld der Weltgesundheitsversammlung weitere zehn Millionen aus Deutschland zu.
Mehr als eine „Geste“ ist es wohl nicht. Die neue Bundesgesundheitsministerin Nina Warken teilt nach einem Treffen mit WHO-Generalsekretär Dr. Tedros Ghebreyesus in Genf mit, dass Deutschland die Weltgesundheitsorganisation mit weiteren zehn Millionen Euro fördern will. Damit unterstütze Deutschland die eingeleiteten Reformen, die nach dem Rückzug der USA aus der WHO erforderlich werden. Zwar zeigt Deutschland als drittgrößter Geldgeber damit, dass man künftig eine stärkere Rolle innerhalb der Organisation einnehmen könnte, dass die zusätzlichen zehn Millionen die nicht mehr fließenden US-Gelder auch nur annährend ausgleichen können, ist jedoch utopisch.
Demnach wird sich auch die WHO mit Strukturreformen in den kommenden Jahren beschäftigen müssen – neben dem Pandemieabkommen – ein Thema auf der heute startenden und bis zum 27. Mai gehenden Weltgesundheitsversammlung.
Für Warken ist vor allem die Annahme des internationalen Pandemieabkommens bereits gemachte Sache und es zeige, wozu die WHO-Mitgliedstaaten in der Lage sind, betont die neue Ministerin, nämlich weltweit die Gesundheit der Menschen durch bessere Zusammenarbeit zu schützen: „Das hätte kaum einer nach dem Rückzug der Vereinigten Staaten aus der WHO für möglich gehalten. Umso wichtiger ist es, dass die Weltgesundheitsorganisation ihren internen Reformprozess vorantreibt und sich auf ihre Kernaufgaben konzentriert: weltweite Gesundheitsüberwachung, Pandemieprävention, Krankheitsbekämpfung und gerechten Zugang zur Gesundheitsversorgung.“ Das unterstütze Deutschland im globalen und damit im eigenen Interesse.
Bereits Anfang April hatte Deutschland die WHO mit zwei Millionen Euro unterstützt. Diese Mittel werden zu den bisher geleisteten Beiträgen in Höhe von 323 Millionen US-Dollar für 2024/2025 – bestehend aus Pflichtbeiträgen und freiwilligen Beiträgen – addiert.
Entsprechend dankte auch Ghebreyesus Deutschland für sein nachhaltiges Vertrauen und das Bekenntnis zur globalen Gesundheit: „Zu diesem für die WHO entscheidenden Zeitpunkt unterstreicht Deutschlands Beitrag sein Vertrauen in die Rolle der WHO und ihre Führungsqualitäten.“
Das Pandemieabkommen soll zwar auf der Weltgesundheitsversammlung angenommen werden, tritt allerdings erst in Kraft, wenn es auch von allen Mitgliedsländern ratifiziert wurde – wofür wichtige Teile erst noch weiter ausgearbeitet werden müssen. Im Kern geht es bei dem Abkommen darum, die Verteilung von Impfstoffen gerechter zu gestalten und die Zusammenarbeit zwischen den Ländern zu verbessern. Und genau hier gibt es einen entscheidenden Knackpunkt: Den Technologietransfer. Dabei geht es vor allem um die Freigaben von teuren Patenten für Impfstoffe, wo sicherlich Widerstand zu erwarten ist.



