Gleich mit einer seiner ersten Amtshandlungen macht der neue US-Präsident Trump ernst: Sein Land wird aus der WHO austreten. Politik, Wissenschaft und Forschung sind entsetzt.
Er hatte es angekündigt und er macht direkt ernst: Als eine der ersten Amtshandlungen als 47. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika besiegelte Trump mit den Worten „Oh, this is a big one“, den Austritt seines Landes aus der Weltgesundheitsorganisation.
Vergessen die Rede von Bill Gates auf dem World Health Summit in Berlin im vergangenen Oktober, wonach globale Herausforderungen auch globale Lösungen brauchen. Denn während Gates glaubt, dass er im Oktober „das beste Geld“, das er je ausgegeben hat, an die WHO gab, und sogar überzeugt ist, „dass die Bürger aller Geberländer genauso empfinden“, sieht es Trump komplett anders. Sein Land zahle zu viel und die WHO habe vor allem während der Corona-Pandemie versagt, lautet seine Begründung für den Austritt.
Lange geplant, aber auch mit Kalkül?
Dass Trump diesen Schritt geht, ist keine ganz große Überraschung. Schon 2020 hatte er entsprechende Schritte eingeleitet, zu denen es dann nur nicht kam, weil er die Präsidentschaftswahl damals verlor. Nun also der zweite Anlauf, der aufgrund entsprechender Fristen wohl erst in rund einem Jahr umgesetzt werden kann.
In einem offiziellen Statement bedauert die WHO „die Ankündigung, dass die Vereinigten Staaten von Amerika beabsichtigen, aus der Organisation auszutreten.“ Dort nutzt man die Meldung, um das Gründungsmitglied USA außerdem noch einmal auf die seit 1948 erzielten Erfolge hinzuweisen, die man „gemeinsam“ erreicht hat. Man hoffe, dass die USA ihre Entscheidung noch einmal überdenken, und sei für einen konstruktiven Dialog bereit.
Große Lücke
Das wäre aus Sicht der WHO natürlich auch der beste Outcome dieser ersten Amtshandlung von Trump: Eine Rolle rückwärts. Denn die USA sind mit einem Pflichtbetrag von 110 Millionen US-Dollar jährlich nicht nur einer der großen Geldgeber – vor allem auch durch die freiwilligen Zahlungen etwa von der Gates-Stiftung kommen die USA auf rund ein Fünftel des Gesamtbudgets –, sondern leisten auch personell einen wichtigen Beitrag. Und auch diese Ressourcen will Trump abziehen.
Entsprechend entsetzt zeigten sich Wissenschaft und Medizin – auch in den USA. Tom Frieden, ehemaliger Direktor beim US Centers for Disease Control and Prevention und Commissioner beim New Yorker Department of Health, schrieb zum Austritt auf X: „Wir können die WHO nicht effektiver machen, indem wir uns zurückziehen. Diese Entscheidung, schwächt den Einfluss Amerikas, erhöht das Risiko einer tödlichen Pandemie und macht uns alle weniger sicher.“
Nun liegt es an der Politik
Auch aus China kommt Kritik – sowohl am WHO-Ausstieg als auch an der Entscheidung, das Pariser Klimaabkommen zu verlassen. Auch deshalb betont man dort, dass man selbst ein zuverlässiger Partner für die Welt bleiben will.
Diese Sorge teilen Politiker rund um den Globus. Auch Noch-Bundesgesundheitsminister Lauterbach äußerte sich entsprechend. Man müsse nun versuchen, die US-Administration doch noch umzustimmen.
Und genau das wird nun vermutlich in den kommenden Wochen und Monaten passieren: viel Diplomatie und Gespräche im Hintergrund. Das Ergebnis: Ungewiss, genau wie die kommenden vier Jahre mit Trump im Weißen Haus. Denn so viel ist bei all dem sicher: Das war erst der erste Paukenschlag.



