Weltkrebstag: Licht und Schatten

von | Feb. 4, 2025

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Zum Weltkrebstag betonen Organisationen und Verbände die großen Fortschritte in Forschung und Versorgung. Der Blick müsse jedoch stärker in Richtung Prävention gehen.

 

Seit 25 Jahren koordiniert die Weltkrebs-Organisation UICC nun schon den Weltkrebstag und auch heute gilt: Krebs ist eine der häufigsten Todesursachen weltweit. Alleine in Deutschland erkranken jährlich rund 485.000 Menschen an Krebs. Ja, Forschung und Wissenschaft machen Fortschritte und ja, die Sterblichkeitsrate bei vielen Krebsarten sinkt kontinuierlich. So liegen die Fünfjahres-Überlebensraten in Deutschland laut OECD-Daten bei fast allen Krebsarten selbst über dem an sich schon hohen EU-Niveau, etwa bei 92 Prozent bei Prostatakrebs und 86 Prozent bei Brustkrebs. Seinen Schrecken hat der Krebs allerdings nicht verloren.

Allerdings können sich Patienten darauf verlassen, in deutschen Krankenhäusern auch im weltweiten Vergleich auf absoluten Spitzenniveau versorgt zu werden, betont die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) anlässlich des heutigen Weltkrebstages.

Mehr zertifizierte Krebszentren

Erfreulich sei auch, dass die Zahl der von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Krebszentren in deutschen Krankenhäusern seit Jahren stetig und spürbar steigt, betont der Vorstandsvorsitzende der DKG Dr. Gerald Gaß. Waren 2010 noch 641 Zentren zertifiziert, zählt die Krebsgesellschaft heute schon 2083 zertifizierte Organkrebs- und 157 onkologische Zentren. „Alle diese Zertifizierungen beantragen die Krankenhäuser freiwillig aus eigenem Engagement heraus. Angesichts dieser positiven Entwicklungen ist es eine unfaire Herabsetzung all jener, die an Therapien forschen, Krebserkrankte in den Kliniken behandeln und pflegen, wenn der Gesundheitsminister immer wieder die falsche Behauptung aufstellt, die Krebsbehandlung in Deutschland sei im europäischen Vergleich schlechter und würde sogar zu unnötigen Toten führen.“

Forschung auf Hochtouren

Dass Krebs immer besser und zielgerichteter behandelt werden kann, liegt auch an der Krebsforschung, die weltweit auf Hochtouren läuft – und zwar in puncto Grundlagen- und angewandter Forschung. Zahlen des Österreichischen Krebsreports zeigen, dass alleine 2023 weltweit über 2.000 klinische Prüfungen mit innovativen Krebstherapien wie Zell-, Gen- oder Antikörpertherapien gestartet sind. Und eine Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen des österreichischen Pharmaverbands PHARMIG ebenfalls aus 2023 zeigt: Mehr als ein Drittel der gesponsorten klinischen Forschung beschäftigt sich mit dem Thema Krebs.

Mehr Prävention nötig

Sich allerdings alleine auf Forschung und medizinische Versorgung zu verlassen, wäre nicht nur zu kurz gedacht, sondern fast schon fahrlässig. Denn gerade die Prävention, respektive Risikofaktoren, die vermieden werden, könnte die Zahl der Krebserkrankungen deutlich reduzieren, ist man auch bei der Deutschen Krankenhausgesellschaft überzeugt. „Krebsbegünstigende Faktoren wie Übergewicht und vor allem Alkoholkonsum sind in Deutschland besonders ausgeprägt und liegen über dem EU-Durchschnitt. Viele krebsbedingte Todesfälle ließen sich zudem durch Früherkennung und damit frühe Behandlung vermeiden“, betont auch Gaß. Er sieht hier vor allem die Bundesregierung in der Pflicht.

Auch die niedersächsische Ärztekammer sieht insbesondere den hohen Alkoholkonsum der deutschen als großes Risiko und fordert daher, ähnliche Warnhinweise wie bei Tabakprodukten. Ärztekammerpräsidentin Martina Wenker kritisiert, dass in Deutschland nicht alle Gesundheitsrisiken gleichermaßen behandelt würden. „Alkohol steigert das Krebsrisiko erheblich und das mit jedem Tropfen.”

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