Was ist los in Friedrichshafen?

von | Okt. 30, 2024

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Der Medizin Campus Bodensee steckt in einer Krise – finanziell wie personell. Erste Umstrukturierungen und Zuschüsse der Stadt sollen nun das Überleben sichern.

  

Die Krise am Medizin Campus Bodensee (MCB) scheint nicht abzureißen: Nach dem Tod einer Oberärztin und schweren Vorwürfen gegen die Klinik gibt es nun auch noch finanzielle Engpässe. Geschäftsführer Franz Klöckner, dessen Vertrag eigentlich noch bis Ende 2025 gelaufen wäre, nimmt vermutlich auch deshalb zum Ende des Monats seinen Hut. Anthea Mayer, seit Mitte April in der Geschäftsführung, übernimmt damit die alleinige Verantwortung am Bodensee. Sie ist Teil des Managements der Sana Kliniken, die im September letzten Jahres das Ruder beim kommunalen Klinikverbund übernommen und eine neue Medizinstrategie erarbeitet haben.

Dass in Friedrichshafen dringend gegengesteuert werden muss, zeigt das Finanzloch in Millionenhöhe, das nun öffentlich geworden ist. 52 Millionen Euro fehlen bis Ende 2025. In Friedrichshafen macht man die allgemeine Situation der Krankenhauslandschaft für die Schieflage verantwortlich. In einer Stellungnahme heißt es: „Sehr viele Krankenhäuser haben derzeit finanzielle Schwierigkeiten.“

Ein wenig Entlastung gibt es von der Stadt Friedrichshafen und der Zeppelin Stiftung. In einer Sitzung am 21.10. 2024 wurde dem Klinikum ein „außerplanmäßiger Finanzierungsbedarf” für das Rechnungsjahr 2024 in Höhe 6,3 Millionen Euro genehmigt. Für das Haushaltsjahr 2025 fließt noch einmal ein Zuschuss für Betriebs- und Instandhaltungskosten als Restrukturierungshilfe in Höhe von 18 Millionen Euro an den Medizin Campus Bodensee. Die Entscheidung fiel bei sechs Enthaltungen mehrheitlich. Der Antrag die Zwecke „bei Bedarf anzupassen“ wurde in der Sitzung hingegen mehrheitlich abgelehnt.

Ob das als Neustart ausreicht, bleibt abzuwarten. In den kommenden Tagen hat die Klinik außerdem den Abschlussbericht der Compliance-Untersuchung angekündigt, die nach dem Suizid der Oberärztin angestoßen wurde. Der von den Anschuldigungen betroffene Chefarzt und medizinische Direktor hatte bereits im März auf eigenen Wunsch sein Amt ruhen lassen. Mittlerweile gibt es diese Doppelspitze in der medizinischen Direktion nicht mehr, wie das Klinikum ebenfalls Ende Oktober verkündete. Mit der Berufung von Prof. Dr. Ludwig Oberkircher, Der Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, orthopädische Chirurgie und Endoprothetik, zum stellvertretenden medizinischen Direktor „gehört das bisherige Modell der zwei Direktoren der Vergangenheit an.“

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