Warnstreiks an Unikliniken in Baden-Württemberg

von | Juli 6, 2026

Anhoren

Teilen

 

Die Gewerkschaft Verdi erhöht den Druck auf die Unikliniken in Baden-Württemberg und kündigt einen dreitägigen Streik mit Auswirkungen auf den Betriebsablauf an.

 

 

Verdi macht ernst im Tarifstreit mit den Universitätskliniken in Baden-Württemberg. Bevor es am Mittwoch in die nächste und finale Verhandlungsrunde geht, werden die Universitätskliniken in Freiburg und Ulm heute, morgen und am Mittwoch komplett bestreikt. In Heidelberg und Tübingen soll nach Angaben eines Verdi-Sprechers am Montag und Dienstag komplett, am Mittwoch nur noch teilweise gestreikt werden.

Das Universitätsklinikum Freiburg bestätigt die Angaben der Gewerkschaft, betont jedoch dass eine Notdienstvereinbarung geschlossen wurde, die sicherstellt, dass keine Patientinnen und Patienten zu Schaden kommen. Notfalllmedizinische Eingriffe, Intensivpflege und dringende Operationen können ebenso stattfinden wie die Versorgung in der Geburtshilfe, der Onkologie und der Kinderheilkunde. Gleichzeitig stimmt die Klinikleitung die Patientinnen und Patienten auf längere Wartezeiten ein. Ähnliche Meldungen sind auch auf den Seiten der anderen betroffenen Universitätsklinika zu lesen.

Schon im Mai hatte Verdi die Beschäftigten auf Warnstreiks eingestimmt, um den Forderungen der Belegschaft Nachdruck zu verliehen und wieder Dynamik in die festgefahrenen Tarifverhandlungen zu bringen. Verdi fordert 7,5 Prozent mehr Gehalt für die rund 26.000 Beschäftigten der Universitätsklinika im Bundesland, mindestens aber 320 Euro zusätzlich pro Monat. Auszubildende und Praktikanten sollen monatlich 250 Euro mehr erhalten. Zudem verlangt die Gewerkschaft für Azubis einen Mobilitätszuschuss in Höhe des Deutschlandtickets.

Die Gewerkschaft kritisiert vor allem den Reallohnverlust, den die Arbeitgeber für fast drei Jahre festschreiben wollen. Zudem steht eine Option auf eine 45-Stunden-Woche im Raum sowie eine Kopplung der Jahressonderzahlung an Krankentagen. Die Gewerkschaft hält das für inakzeptabel und mobilisiert die Beschäftigten daher entsprechend.

Die Arbeitgeber hatten in der zweiten Verhandlungsrunde unter anderem eine Einmalzahlung von 400 Euro und eine Gehaltssteigerung von 4,75 Prozent in drei Schritten vorgeschlagen – immer mit dem Verweis auf die insgesamt schwierige Finanzlage und den noch nicht vollständig abschätzbaren Folge der aktuellen Gesundheitsreform.

Das könnte Sie auch interessieren

PNOG: Kollaps vorerst abgewendet

  Nach tagelangem Koalitionsstreit konnte ein Kollaps der Pflegeversicherung vorerst abgewendet werden. Der Beschluss zum Pflegeneuordnungsgesetz zeigt aber auch: grundlegende Reformen werden es schwer haben. Es war das erste größere „Nachbeben“ nach den...

  Nach tagelangem Koalitionsstreit konnte ein Kollaps der Pflegeversicherung vorerst abgewendet werden. Der Beschluss zum Pflegeneuordnungsgesetz zeigt aber auch: grundlegende Reformen werden es schwer haben. Es war das erste größere „Nachbeben“ nach den...