Bundesamt für Strahlenschutz entwickelt VR-Schulung für medizinisches Personal

by | May 6, 2024

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Eine neue Virtual-Reality-Anwendung soll den Umgang von medizinischem Personal mit Strahlung verbessern. Das BfS stellt das Konzept diese Woche auf dem Röntgenkongress vor.

 

Egal ob bei interventionellen Verfahren oder in der Radiologie – medizinisches Fachpersonal ist häufig einer hohen Strahlenbelastung ausgesetzt. Allerdings nicht immer ausreichend vorbereitet, findet man im Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Deshalb wurde im Rahmen der Ressortforschung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) eine Anwendung entwickelt, mit der in einem virtuellen Interventionsraum genau dieser sichere Umgang geübt werden kann. Ziel sei es, sowohl die Anwender als auch die Patienten besser zu schützen. Vorstellen will das BfS die neue VR-Anwendung diese Woche auf dem Röntgenkongress in Wiesbaden.

Strahlung sichtbar machen

Der große Vorteil der Virtual Reality: Mit ihr kann man ionisierende Strahlung, wie sie beispielsweise unter realen Bedingungen in einem Herzkatheterlabor auftritt, visualisieren. Das heißt, das Fachpersonal kann sowohl die Auswirkung von Streustrahlung besser einschätzen als auch die abschirmende Wirkung von Patientenschutzmitteln direkt beobachten.

Der Strahlenschutz, den die Anwender regulär während der Untersuchung tragen und einsetzen, also die Bleichschürze, Schilddrüsenschutz, Brille, Kappe oder Untertischabschirmungen, kann entsprechend simuliert werden. So könne beispielsweise auch der Einfallwinkel der Strahlung simuliert und durch Rotation des Röntgengeräts modifiziert werden, heißt es vom BfS. Die VR-Anwendung schätzt dann in Echtzeit wie die effektive Dosis, die dabei auf anwesende Personen im Raum wirkt, durch den Einsatz der einzelnen Schutzmaßnahmen reduziert werden kann. Auch der Einfluss von unterschiedlichen Einstellungsparametern auf die Strahlendosis kann im virtuellen Interventionsraum erprobt und durchgespielt werden, ohne sich oder andere zu gefährden.

Wer möchte, könne die VR-Brille, die von der Firma Northdocks gemeinsam mit dem BfS entwickelt wurde, auf dem Röntgenkongress am Stand am Eingang der Industriehalle ausprobieren. Denn: Die Anwendung steht allen Interessierten kostenlos zum Download zur Verfügung.

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