Virtual Care Geschäft von Walmart findet Käufer

by | Jul 2, 2024

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Das US-Startup Fabric übernimmt das Telemedizingeschäft von Walmart. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

 

Erst im Februar hat das US-Startup Fabric eine Serie A Finanzierung in Höhe von 60 Millionen US-Dollar abgeschlossen – angeführt vom Risikokapitalgeber General Catalyst und unter erneuter Beteiligung von namhaften Investoren wie Thrive Capital, GV wie Google Ventures nun heißt, Salesforce Ventures, Vast Ventures, Box Group und Atento Capital. Und schon im Feburar hat der Technologieanbieter angekündigt, dass ein Teil des eingesammelten Kapitals in strategische Akquisitionen fließen soll.

Eben diese scheint nun gefunden: Fabric übernimmt das Telemedizingeschäft von Walmart, wo man sich ob der defizitären Lage von der Virtual Care Unit trennen wollte. Nun wird Fabric MeMD übernehmen, das Walmart erst 2021 gekauft und in Walmart Health Virtual Care umbenannt hatte.

Bei Fabric sieht man hingegen das Potenzial. MeMD sei ein führender Anbieter in der virtuellen Notfall- und Grundversorgung für über 30.000 Unternehmen, Institutionen und Krankenversicherungspartner sowie fünf Millionen Mitglieder. „Diese Übernahme entspricht unserer strategischen Vision, die Gesundheitsversorgung durch innovative Technologie und außergewöhnliche Patientenversorgung zu verändern. Die Kombination unserer Teams, Technologien und Kliniker positioniert Fabric strategisch, um schnell bei Kostenträgern, Arbeitgebern und Anbieterorganisationen zu expandieren“, kommentiert Aniq Rahman, Gründer und CEO von Fabric, die Übernahme.

Andere Anbieter strukturieren sich ebenfalls neu

Während Telemedizin für Walmart ein relativ kurzer Ausflug war, versucht sich Amazon an einer Neustrukturierung. Der dortige Telemedizin-Marktplatz wird mit der Primärversorgungskette One Medical zusammengeführt und damit sämtliche Gesundheitsdienste unter einer einzigen Marke vereint. Immerhin hat sich der Konzern die Übernahme von One Medical Anfang 2023 auch knapp vier Milliarden US-Dollar kosten lassen.

Statt Amazon Clinic heißt das Telemedizingeschäft nun Amazon One Medical Pay-Per-Visit. Und auch der neue Name ist Programm: Der Dienst, der Patienten gegen eine Pauschalgebühr automatisch per Video oder Messaging mit einem Mediziner verbindet, wird gleichzeitig erschwinglicher. Der Chat mit dem Doc kostet nur noch 29 statt bisher 35 US-Dollar, die Videosprechstunden 49 statt bisher 75 US-Dollar.

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Gemüsekohl für die Gesundheit

Forscher des Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau haben jene Kohlsorten identifiziert, die besonders wertvolle Pflanzenstoffe für den Menschen beinhalten. Wie die sich auf die Gesundheit auswirken, wird nun in einer Interventionsstudie untersucht.

Grün und vielfältig sollte sie sein, unsere Ernährung. Und einem Gemüse kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Gemüsekohl. Am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) gibt es mit dem Projekt SharpGreens sogar ein eigenes Forschungsprojekt, das jetzt in die zweite Phase startet. Die wissenschaftliche Fragestellung: Wie beeinflusst eine vielfältige Ernährung reich an Gemüsekohl die Gesundheit? Die humane Interventionsstudie wird gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Freiburg umgesetzt. Erforscht werden sollen vor allem die Auswirkungen auf die Immunfunktionen und das Darmmikrobiom.
Der Interventionsstudie ist eine intensive erste Projektphase vorangegangen, für die am IGZ in den vergangenen 30 Jahre eine umfassende Analytikplattform für sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Abbauprodukte entwickelt wurde. Im Fall des Gemüsekohls geht es um die sogenannten Glucosinolate, die beim Verzehr enzymatisch zu gesundheitsfördernden Abbauprodukten, den Isothiocyanaten, umgewandelt werden können. Diese Substanzen haben entzündungshemmende, antikanzerogene und antimikrobielle Eigenschaften. Bisher wurden mehr als 100 verschiedene Glucosinolate in Pflanzen identifiziert, wobei die Wirksamkeit ihrer Abbauprodukte stark variieren kann.
Über 300 Kohlsorten kultiviert
Im Rahmen des Projekts SharpGreens kultivierte das Team von Projektleiterin Dr. Katja Witzel im letzten Jahr 300 Genbank- und 17 kommerzielle Kohlsorten am IGZ und analysierte die Glucosinolat-Gehalte und Abbauprodukte. Dabei wurden 24 Kohlsorten mit verbesserten Glucosinolat-Gehalten und gewünschten -Abbauprofilen identifiziert. Diese stammen aus verschiedenen Regionen, darunter Kohlrabi aus der ehemaligen DDR, Blumenkohl-Sorten aus Italien, Weißkohl aus Japan und Spanien, Grünkohl aus Schweden und bulgarischer Rotkohl. Zur weiteren Aufklärung des enzymatischen Glucosinolat-Abbaus wurde das Proteom aller Kohlsorten am IGZ analysiert und ergänzend dazu eine genomweite Assoziationsstudie vom Projektpartner Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) durchgeführt.
In der nun gestarteten zweiten Projektphase werden die ausgewählten Kohlsorten in der Interventionsstudie am Universitätsklinikum Freiburg unter der Leitung von Prof. Dr. Evelyn Lamy eingesetzt. Es wird untersucht, ob der Verzehr einer vielfältigeren Gemüsekohl-Diät die Gesundheit beeinflusst und ob diese Effekte auf den hohen Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen oder die Pflanzenvielfalt zurückzuführen sind. Die Probanden erhalten dafür in einem randomisierten Crossover-Versuch vier verschiedene Gemüsekohl-Diäten, die aus gefriergetrockneten Kohlpflanzen am IGZ hergestellt werden und definierte Mengen an bioaktiven Substanzen enthalten. Außerdem wird der Einfluss der Vielfalt an Gemüsekohl in der Ernährung auf die Zusammensetzung des Darmmikrobioms untersucht.
Bewusstsein für Vielfalt fördern
Die Forschungsergebnisse sollen anschließend über verschiedene Formate wie Kochevents, Feldführungen und Ausstellungen an die Öffentlichkeit kommuniziert werden. Ziel ist es, das Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt in der Landwirtschafft sowie eine vielfältige pflanzenbasierte Ernährung zu fördern. Unterstützt werden die Forscher dabei von proWissen Potsdam e.V. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert SharpGreens im Rahmen der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) und der Richtlinie zur Erforschung der Zusammenhänge zwischen Biodiversität und menschlicher Gesundheit (BiodivGesundheit2) mit 1,1 Millionen Euro für einen Zeitraum von drei Jahren.

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Über 300 Kohlsorten kultiviert
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