Versandapotheken: neuer Börsenhype?

von | Dez. 10, 2024

Quelle: Apotea.se

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Mit der schwedischen Apotea ist seit letzter Woche eine dritte große Online-Apotheke börsennotiert. Und Anleger scheinen Potenzial im E-Commerce mit Medikamenten zu sehen.

 

Es war ein fulminanter Börsenstart vergangenen Freitag. 90.000 neue Aktionäre konnte die schwedische Online-Apotheke Apotea nach eigenen Angaben mit ihrem Börsendebüt überzeugen. Verkauft wurden 28,18 Millionen Aktien zu einem Einführungspreis von umgerechnet rund fünf Euro, womit die Bewertung bei umgerechnet über 520 Millionen Euro liegt. Damit liegen die Schweden zwar deutlich hinter dem Börsenwert von Redcare mit 2,75 Milliarden. Mitbewerber DocMorris ist zuletzt aber deutlich eingebrochen und hat aktuell einen Börsenwert von rund 540 Millionen Euro. Hier wird mittlerweile spekuliert, dass DocMorris zum Übernahmekandidaten für Redcare werden könnte, zumal der ehemalige DocMorris-CEO Olaf Heinrich seit August 2023 die Geschicke von Redcare lenkt.

Der schwedische Börsengang hat vorerst in jedem Fall ordentlich Kapital in die Taschen der Gründer und bestehenden Aktionäre gespült. Denn ein Invest ins Unternehmen selbst war mit dem Erlös nicht geplant. Insgesamt 27,4 Prozent des Kapitals von Apotea werden nun frei gehandelt. CEO Pär Svärdson sieht den OP seines Unternehmen dennoch also wichtigen Meilenstein, auf einer Reise, die gerade erst begonnen hat: „Es ist erfreulich, das große Interesse an Investitionen in Apotea sowohl bei Institutionen als auch in der Öffentlichkeit zu sehen.“ Ankerinvestoren sind Capital Group, Nordea Asset Management, WCM Investment Management, Ramsbury Invest und AMF Aktiefond Småbolag. Zusammen werden sie 16,2 Prozent des Kapitals und 16,1 Prozent der Stimmen erhalten.

Aktienkurs direkt gestiegen

An der Börse ging es für Apotea gleich gut weiter. Zwischenzeitlich lag der Kurs bei umgerechnet knapp neun Euro. Und auch heute können sich die Aktionäre mit einem Kurs von über sieben Euro sicherlich nicht beschweren. Damit rückt die Bewertung von einer Milliarde Euro in greifbare Nähe.

Dass das Interesse dermaßen gut ist, verwundert bei den Zahlen indes nicht. Apotea hat einen Marktanteil von 43 Prozent am schwedischen Online-Arzneimittelmarkt und gut neun Prozent am gesamten Apothekenmarkt im Land. Drei Millionen Schweden bestellen bei Apotea, was bei einer Einwohnerzahlt von knapp elf Millionen etwa jedem dritten Erwachsenen entspricht. Und auch der Wachstumskurs für die kommenden Jahre ist festgelegt. Geplant ist eine Expansion nach Norwegen, wo vor zwei Jahren mit Übernahme der Mehrheit an Apotera bereits der Grundstein gelegt wurde.

Außerdem operiert Apotea auf EBIT-Basis profitabel und verfügt damit derzeit über bessere Margen als die gut vergleichbare Redcare Pharmacy. Geografisch kommen sich die beiden europäischen Online-Apotheken mit ihren Geschäften allerdings nicht in die Quere – bisher.

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