„Verlässliche, interoperable Daten sind der gemeinsame Nenner“

von | Apr. 13, 2026

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Auf den ersten Blick wirkt es wie ein Umbruch, doch das täuscht, erklärt Christoph Schmelter, geschäftsführender Gesellschafter der DMI-Gruppe. Was es mit XQT und der „Mission Datensouveränität“ auf sich hat.

 

Herr Schmelter, wie es scheint, werden die drei Buchstaben DMI nun von drei neuen abgelöst: XQT. Erleben wir hier gerade einen Markenwechsel?

Nein – weder eine Ablösung noch einen klassischen Markenwechsel. Was Sie sehen, ist eine konsequente Weiterentwicklung. DMI ist seit vielen Jahren Vertrauenspartner für eine datensouveräne Gesundheitsversorgung. Wir bringen Fähigkeiten mit, die aktuell nur wenige Anbieter in dieser Form kombinieren können: revisionssichere Langzeitarchivierung, systemneutrales Datenmanagement und eine belastbare, vertrauenswürdige Datenbasis. Gleichzeitig ermöglichen wir mit Health-Comm den sicheren Austausch medizinischer Daten – also Interoperabilität im besten Sinne. Und über unsere Tochter Gefyra stellen wir die operative Umsetzung sicher. Diese Kompetenzen führen wir nun in einem abgestimmten Zusammenspiel von Diensten zusammen: XQT.

Wofür steht XQT?

XQT steht für Exchange Qualified Trust. Im Kern geht es um integre, verfügbare und nachvollziehbare Daten. Unser Anspruch ist es, Daten zu einem strategischen Asset zu machen – als Grundlage für eine souveräne Digitalisierung in den Kliniken. Wichtig ist dabei: XQT versteht sich bewusst nicht als eigenständige Plattform, sondern als komplementäres Dienste-Portfolio, das bestehende Systeme gezielt in ihrer Wirkung erweitert.

Unabhängigkeit ist Ihnen dabei besonders wichtig – zumindest suggeriert das Ihre „Mission Datensouveränität“. Unabhängigkeit wovon?

Vor allem von externen Einflussfaktoren. Viele Digitalprojekte im Gesundheitswesen geraten heute in Abhängigkeiten – etwa von der Umsetzungsgeschwindigkeit einzelner Anbieter, von Hyperscalern, von sich entwickelnden Standards oder auch vom regulatorischen Rahmen. Das führt dazu, dass Einrichtungen oft eher reagieren als gestalten. Datensouveränität bedeutet für uns: die Kontrolle über die eigenen Daten zu haben – über deren Verfügbarkeit, Nutzung und Austausch. Wer diese Kontrolle besitzt, schafft die Grundlage für digitale Souveränität. Und damit die Fähigkeit, Prozesse, Qualität und Entwicklung aktiv zu steuern.

Scheitert eine schnellere Digitalisierung der Kliniken aus Ihrer Sicht vor allem an den verfügbaren Daten?

Ich würde nicht von Scheitern sprechen. Die Branche steht vor einer Vielzahl systemischer und strategischer Herausforderungen. Die entscheidende Frage ist aus unserer Sicht: Diskutieren wir diese Probleme weiter – oder kommen wir ins Handeln? Wir haben uns klar für Letzteres entschieden. Mit XQT leisten wir einen konkreten Beitrag, um digitale Transformation im Gesundheitswesen sicher und umsetzbar zu machen.

Auf der XQT-Webseite nennen Sie „gute Gründe“ wie KI-Readiness, Cyber-Resilienz oder geringere Herstellerabhängigkeit. Das klingt nach großen Versprechen …

… und es sind Versprechen, die wir bewusst sehr konkret meinen. Der gemeinsame Nenner all dieser Themen sind verlässliche, rechtssichere und interoperable Daten. Nehmen wir die KI: Ihr Nutzen steht außer Frage. Entscheidend ist jedoch die Qualität der Daten, mit denen sie arbeitet. Gleiches gilt für Cyber-Resilienz. Einrichtungen brauchen im Fall eines Angriffs oder Systemausfalls jederzeit Zugriff auf eine geschützte, verfügbare Datenbasis – auch über Systemgrenzen hinweg. Und auch Systemwechsel funktionieren nur dann reibungslos, wenn Daten systemübergreifend nutzbar bleiben.

Sie bauen rund um XQT ein Ökosystem auf und haben erste „Innovation Member“ bereits vorgestellt. Was ist die Intention dahinter?

Der Markt bietet eine Vielzahl innovativer Lösungen – viele davon von kleineren Anbietern oder Startups. Das Problem ist selten die Qualität dieser Lösungen, sondern ihre Integration. Oft fehlen Schnittstellen oder ein verlässlicher Datentransfer. Genau hier setzen unsere XQT-Dienste als verbindendes Element an. Ein Krankenhaus, das seine Daten souverän verwaltet, kann deutlich flexibler entscheiden, welche Lösungen es einsetzt – und diese auch schneller implementieren. Geschwindigkeit ist ein zentraler Erfolgsfaktor für Digitalprojekte. Wir wollen mit XQT dazu beitragen, dass gute Lösungen schneller in die Versorgung kommen.

Wagen Sie einen Blick in die Zukunft: Wo steht die Digitalisierung der deutschen Kliniklandschaft in fünf Jahren – und welchen Beitrag hat XQT geleistet?

Wenn wir jetzt die richtigen Entscheidungen treffen, können wir das Fundament für ein echtes „Krankenhaus 5.0“ legen. Das bedeutet vor allem: weniger Abhängigkeiten, mehr Souveränität und deutlich mehr Geschwindigkeit in der Umsetzung. Ich erwarte zudem wichtige Impulse aus der Regulierung – etwa durch den GeDIG-Entwurf oder den European Health Data Space, die beide auf bessere Datennutzung und -verfügbarkeit abzielen. XQT verstehen wir als aktiven Teil dieser Entwicklung – als Dienste-Portfolio, das bestehende Systeme stärkt und die Grundlage dafür schafft, dass Daten systemübergreifend verlässlich nutzbar werden.

 

 

Christoph Schmelter ist seit 2004 geschäftsführender Gesellschafter der DMI Gruppe. Der studierte Diplomkaufmann ist bereits studienbegleitend 1989 in das Familienunternehmen eingestiegen und hat es maßgeblich weiterentwickelt.

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