Verdi erhöht Druck aufs Gesundheitswesen

von | März 4, 2025

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Knapp vier Wochen, nachdem Charité und Vivantes in Berlin bestreikt wurden, erhöht Verdi den Druck auf das Gesundheitswesen diese Woche mit einem bundesweiten Streik.

 

Es fehlt an Anerkennung von Seiten der öffentlichen Arbeitgeber für das, was die Beschäftigten in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, in Psychiatrien und im Rettungsdienst jeden Tag leisten. Mit dieser Begründung ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Beschäftigten der Gesundheitseinrichtungen von Bund und Kommunen jetzt am Donnerstag, 6. März, zu einem bundesweiten Warnstreik auf. Erste Auswirkungen könnten jedoch bereits morgen zu spüren sein, heißt es.

Zuvor war am 13. Und 14. Februar bereits das nicht-ärztliche Personal der Charité und von Vivantes zu einem Streik aufgerufen worden. Von den „größten Klinikkonzerne“ hatte Verdi erwartet, dass sich beide für ein „gutes Angebot im Sinne ihrer Beschäftigten“ stark machen.

Doch auch in der zweiten Runde der Tarifverhandlungen Mitte Februar hätten die öffentlichen Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt. „Das Ansinnen der Arbeitgeber, eine geringe bis gar keine Lohnerhöhung zu vereinbaren, und noch dazu bei einer überlangen Laufzeit von 36 Monaten, ist eine Provokation. Die Beschäftigten geben darauf die einzig richtige Antwort: Warnstreik!“, sagt ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler.

Verdi fordert acht Prozent

Von Verdi werden in der aktuellen Tarifrunde acht Prozent, mindestens aber 350 Euro mehr monatlich für Entgelterhöhungen und höhere Zuschläge für die Arbeit zu belastenden und ungünstigen Zeiten gefordert. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 200 Euro monatlich angehoben werden. Außerdem fordert Verdi drei zusätzliche freie Tage, um der hohen Verdichtung der Arbeit etwas entgegenzusetzen. Für mehr Zeitsouveränität und Flexibilität soll zudem ein „Meine-Zeit-Konto“ sorgen, über das Beschäftigte selbst verfügen können.

Die Arbeitgeber wiesen auch Forderungen zurück, die sich speziell auf das Gesundheitswesen beziehen – etwa die Bezahlung von Pausen in Wechselschicht, wie es in anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes üblich ist. Auch eine Reduzierung der wöchentlichen Höchstarbeitszeit im Rettungsdienst von 48 auf 42 Stunden lehnen die Arbeitgeber ab. Was ebenfalls auf der Verdi-Liste steht: Diejenigen besser zu entlohnen, die sich in der praktischen Ausbildung engagieren. Auch Hebammen sollen besser eingruppiert werden.

Arbeitgebern fehle Weitsicht

„Die Arbeitgeber müssten eigentlich ein großes Interesse daran haben, Beschäftigte zu halten und Arbeitsbedingungen zu schaffen, die für Nachwuchskräfte attraktiv sind“, wundert sich Bühler. Davon sei allerdings in dieser Tarifrunde nichts zu spüren. Stattdessen werde erklärt, was alles angeblich nicht geht. Zwar sei die wirtschaftliche Lage mancher Kliniken tatsächlich besorgniserregend, doch dafür brauche es eine politische Lösung. „Die Beschäftigten haben nichts zu verschenken. Sie erwarten für professionelle und oft sehr belastende Arbeit faire Löhne und bessere Bedingungen“, erklärte die Gewerkschafterin.

Beim Rettungsdienst müssten die kommunalen Arbeitgeber endlich das nachvollziehen, was bei anderen Trägern wie dem Deutschen Roten Kreuz längst vereinbart sei. „Beim DRK wird die Höchstarbeitszeit schrittweise auf 42 Stunden pro Woche verkürzt. Das muss auch im öffentlichen Dienst möglich sein“, ist Bühler überzeugt. „Die Beschäftigten im Gesundheitswesen kümmern sich täglich um andere, mit dem Warnstreik kümmern sie sich jetzt auch um ihre eigenen Interessen.“

Deutliche Auswirkungen auf Patienten

Nach Gewerkschaftsangaben sind deutliche Auswirkungen für Patienten zu erwarten. Wie die jeweiligen Landesbezirke mitteilten, werden beispielsweise von den Warnstreiks in Baden-Württemberg 20 Kliniken sowie in Niedersachsen und Bremen elf Kliniken betroffen sein.

Die Tarifverhandlungen werden am 14. bis 16. März 2025 in Potsdam fortgesetzt.

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