Verbände fordern Nachbesserung beim Präventionsgesetz

by | Mar 28, 2024

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18 Verbände und Organisationen, die im Bereich sexueller und reproduktiver Gesundheit Präventionsarbeit leisten, wollen mit einer Online-Petition das Bundesgesundheitsministerium auf wichtiges Handlungsfeld aufmerksam machen.

 

Im Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention (PrävG) sind bisher vier Handlungsfelder umrissen: Ernährung, Bewegung, Stressregulation sowie Sucht, respektive Umgang mit Nikotin und Alkohol. Für 18 Verbände und Organisationen aus dem Gesundheitswesen fehlt allerdings ein wichtiger Aspekt: die sexuelle und reproduktive Gesundheit. Deshalb haben sie nun eine Online-Petition gestartet, die sich an den Petitionsausschuss des Bundestages richtet. Ihre Forderung: das Präventionsgesetz nachbessern.

Gerade im Bereich sexuelle und reproduktive Gesundheit sei Prävention hochrelevant. Es sei ein Lebensbereich, der quer durch die Bevölkerungsschichten für alle, egal ob Heranwachsende oder Erwachsene, wichtig sei, attestiert die Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung e.V. (ÄGFF), die die Petition initiiert hat. „Gesundheitsförderung und Prävention sind eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die keinen Bereich aussparen darf, schon gar nicht im Gesetz“, betont die dortige Vorsitzende Dr. med. Heike Kramer. Die gesetzliche Verankerung sei zudem wichtig, weil sie Voraussetzung dafür ist, dass wichtige Präventionsprojekte auch finanziert werden können – unter anderem von gemeinnützigen Organisationen, durch Krankenkassen oder andere Institutionen.

Zu verbesserten Voraussetzungen für Prävention und Gesundheitsförderung gehören neben verlässlichem Wissen und Handlungskompetenz auch eine bessere Inanspruchnahme von Früherkennungsuntersuchungen und eine Förderung des Impfwesens – ganz besonders mit Blick auf die Risiken von Gebärmutterhalskrebs. Zudem sei die Aufklärung über Verhütungsmethoden essenziell. Ein weiteres Beispiel, welches die Notwendigkeit verstärkter Aufklärung und Wissensbildung aufzeige, sei die Tatsache der hohen Zahlen an Kindern, die mit Fetalem Alkoholsyndrom (FASD) auf die Welt kommen.

Familien und Schulen können die Aufklärungsarbeit nicht alleine leisten. Deshalb müsse das Handlungsfeld sexuelle und reproduktive Gesundheit Bestandteil des PrävG werden. Die Online-Petition kann noch bis Anfang Mai unterzeichnet werden.

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