Verband der Chemischen Industrie: Lage bliebt angespannt

von | März 13, 2026

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Verband der Chemischen Industrie warnt von weiteren Risiken für seien Mitgliedsunternehmen. Vor allem der Irankrieg könnte die Pharma- und Chemiebranche weiter unter Druck bringen.

 

Ja, es gibt eine leichte Erholung bei einigen Industrieunternehmen. Dennoch bleibt die Lage der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie auch im letzten Quartal 2025 angespannt, betont der Verband der Chemischen Industrie heute zur Präsentation der Zahlen. Insgesamt sei die Talfahrt noch nicht beendet: Produktion, Preise und Umsatz waren erneut rückläufig – ebenso wie die Kapazitätsauslastung, die unter der Rentabilitätsschwelle bleibt.

Besser sieht es hingegen in der Pharmaindustrie aus. Sie stabilisiere mit ihren Zuwächsen das Gesamtbild. Grund zum Aufatmen sieht der Verband dennoch nicht. Auch die Pharmabranche würde insgeamt unter der schwachen Industriekonjunktur, hohem Importdruck und einem intensiven Preiswettbewerb leiden. Und das würden bereits die Zahlen aus dem letzten Jahr zeigen, die den Irankrieg noch nicht berücksichtigen. Gerade die Blockade der Straße von Hormus würde für weitere Risiken sorgen, die über die Öl- und Gasversorgung hinausgehen. Aus Sich des Verbands besteht die Sorge ernster, zunehmender Versorgungsengpässe bei Rohstoffen – zum Beispiel bei Ammoniak und Phosphat, Helium und Schwefel. Zusätzlich gibt es erste Hinweise auf Störungen bei internationalen Lieferketten.

Keine Trendwende in Sicht

„Die Jahresbilanz der Chemie ist unterirdisch – Produktion, Umsatz und Preise sind im roten Bereich. Pharma ist mit einem soliden Plus ein Lichtblick“, kommentiert VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup die Zahlen. Allerdings sagt er auch, dass man sich nach dem Regierungswechsel deutlich mehr erhofft hatte. „Der Frust in den Unternehmen über die wirtschaftspolitische Kurskorrektur mit angezogener Handbremse ist groß.“ Und 2026 werde nicht leichter, da es auch vor dem Irankrieg keine Aufbruchstimmung gab. „Je länger der Krieg dauert, desto heftiger sind die Folgen“, fürchtet Entrup. Die hohen Preise und die anhaltende Unsicherheit würden viele Betriebe an ihre Grenzen bringen. Auch deshalb lasse sich die Entwicklung der Chemie- und Pharmaindustrie für das aktuelle Jahr nicht verlässlich prognostizieren.

Ein Blick auf die Zahlen des abgelaufenen Jahres zeigt jedoch: Im letzten Quartal 2025 gab es dank kräftiger Zuwächse in der Pharmaindustrie ein Plus 0,9 Prozent. Damit lag die Produktion 1,9 Prozent über dem Vorjahresniveau. In der Chemie wurde die Produktion dagegen erneut deutlich gedrosselt (-2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau). Sie liegt damit weiter auf einem sehr tiefen Niveau. Die Kapazitätsauslastung der Chemieanlagen lag 2025 im Schnitt bei 72,5 Prozent. Im Gesamtjahr ging die Produktion der Branche um 0,5 Prozent zurück (Chemie -3,3 Prozent, Pharma +4,5 Prozent).

Auch deshalb ging der Gesamtumsatz der Branche im vierten Quartal 2025 im Vergleich zum Vorquartal um 0,6 Prozent zurück. Mit 51,8 Milliarden Euro lag er 2,8 Prozent unter dem Niveau von vor zwölf Monaten. Im Inland sanken die Erlöse saisonbereinigt auf 18,9 Milliarden Euro (-2,3 Prozent). Das Auslandsgeschäft erholte sich gegenüber dem Vorquartal leicht auf 32,9 Milliarden Euro. Damit lag es aber weiterhin 2,7 Prozent unter dem Vorjahreswert – ein Hinweis auf die schwache preisliche Wettbewerbsposition. Im Gesamtjahr erzielten Chemie und Pharma zusammen einen Umsatz von 220 Milliarden Euro – das ist ein Minus von 1,4 Prozent (Chemie -3,8 Prozent, Pharma +5,5 Prozent). Im Inland wurde ein Gesamtumsatz von 83 Milliarden Euro, im Ausland von 136 Milliarden Euro erzielt.

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