vdek veröffentlicht Basisdaten 2024

by | Apr 18, 2024

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Zum 28. Mal veröffentlicht der Verband der Ersatzkassen die Basisdaten des Gesundheitswesens. Zentrale Erkenntnis: Die Leistungsausgaben sind seit Jahren im Aufwärtstrend.

 

1,7 Prozent zahlen Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) durchschnittlich in diesem Jahr als Zusatzbeitrag, rechnet der Verband der Ersatzkasse e.V. (vdek) in seinen „Basisdaten des Gesundheitswesens“ vor. Die Spanne der Zusatzbeitragssätze, die die 94 gesetzlichen Krankenkassen tatsächlich erheben, liegt zwischen 0,7 und 2,7 Prozent, legt der Report offen, der heute zum 28. Mal erscheint. Und auch der durchschnittliche GKV-Beitragssatz liegt seit Jahresbeginn mit 16,3 Prozent (14,6 Prozent der allgemeine Satz plus Zusatzbeitrag) auf einem Allzeithoch.

Demgegenüber stehen Leistungsausgaben der GKV in 2022 von 274,2 Milliarden Euro. Damit sei die Ausgabenseite in zehn Jahren um mehr als 100 Milliarden gewachsen, zeigen die Daten. Besonders drastisch sei der Anstieg im stationären Bereich: Gab die GKV 2012 noch 62,3 Milliarden Euro für Krankenhausbehandlungen aus, waren es zehn Jahre später 88,1 Milliarden – und das, obwohl die Fallzahl nach 2019 sogar gesunken seien.

Mehr Menschen erhalten Pflegeleistungen

Höhere Belastungen verzeichnet auch die soziale Pflegeversicherung (SPV): 2022 zählte die SPV fast 4,9 Millionen Leistungsempfängerinnen und -empfänger – ein Plus von knapp 48 Prozent in nur fünf Jahren. Mit über vier Millionen wird der Großteil dieser Menschen zu Hause gepflegt. In stationären Pflegeeinrichtungen leben 691.000 Menschen.

Die vdek-Basisdaten unterstreichen noch einmal den vielseitigen Reformbedarf im Land. In den letzten Jahren wurde die Refinanzierung der Ausgabensteigerungen in der GKV und SPV zu großen Teilen den Beitragszahlerinnen und Beitragszahlern aufgebürdet, attestiert der Verband. Um die Finanzierung dieser zwei Sozialversicherungszweige zukunftssicher aufzustellen, sei es an der Zeit, die einseitige Belastung der Versicherten und Arbeitgeber zu stoppen und durch langfristig wirksame Reformen auf der Einnahmen- und Ausgabenseite zu ersetzen.

 

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