Der 2025 Horizon Report des Sicherheitsanbieters Fortified Health Security zeigt: 183 Millionen Patientendaten waren 2024 von Cyberangriffen und Datenlecks betroffen.
Die Zahl der Cybervorfälle ging 2024 in den USA im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent zurück, rechnen die Experten von Fortified Health Security in ihrem „2025 Horizon Report“ vor. Gleichzeitig würde sich jedoch das Ausmaß der Angriffe ausweiten. Tatsächlich waren im vergangenen Jahr 15 Millionen mehr Patienten von Sicherheitsverletzungen betroffen als noch 2023. Insgesamt waren 183 Millionen Patientendatensätze betroffen, ein Anstieg um neun Prozent. Fortified Health Security wertet für den halbjährlichen Report die Daten des amerikanischen Office for Civial Rights aus.
Neue Bedrohungsvektoren
Dass trotz insgesamt weniger Vorfälle mehr Patientendaten betroffen sind, führen die Experten auf die Cyberkriminellen zurück, die immer raffinierter vorgehen würden. Vor allem neue Bedrohungsvektoren wie etwa Drittanbieter und auch der Einsatz fortschrittlicher Technologien machen es den Gesundheitsorganisationen schwer. Die Macher des Reports betonen allerdings auch: „Bei den Angriffen geht es nicht mehr nur um den Diebstahl von Daten, sondern immer öfter um die Unterbrechung oder sogar den Stillstand ganzer Abläufe im Gesundheitswesen.
Was es braucht, um die komplexer werdenden Bedrohungen abzuwehren, seien Ressourcen – in Form von Talenten und Investitionen. Allerdings seien sowohl das Budget als auch die Cybersicherheitsexperten bisher nicht in ausreichendem Maße vorhanden.
Hackerangriffe und Ransomware
91 Prozent aller Sicherheitsverletzungen im vergangenen Jahr sind auf Hackerangriffe zurückzuführen, heißt es im Report weiter. Insbesondere Ransomware-Angriffe hätten zugenommen – mit exorbitanten Lösegeldforderungen. Wobei die Wiederherstellungskosten in vielen Fällen die Förderungen der Ransomware-Banden bei weitem übersteigen würden. Nicht zu unterschätzen seien zudem Malware- und Spyware-Angriffe, die „Netzwerkserver und Endpunkte regelrecht infiltriert“ hätten. Diese heimlichen Angriffe bleiben oft monatelang unentdeckt, was ihre Auswirkungen verstärkt.
Und auf noch etwas müssen sich US-Gesundheitsorganisationen in diesem Jahr vorbereiten: Angreifer hätten 2024 zwar überwiegend bekannte Schwachstellen ausgenutzt, gleichzeitig aber neue Bedrohungsvektoren getestet. Angriffe über E-Mails stiegen 2024 um 18 Prozent. Aber auch Laptops und mobile Geräte waren Werkzeug und Ziel zugleich. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Sicherheitsverletzungen um 125 Prozent, was die mit tragbaren Geräten verbundenen Risiken im modernen Gesundheitswesen verdeutlicht. Eine stärkere Verschlüsselung und ein besseres Endpunktmanagement können diese Schwachstelle in eine Verteidigungslinie verwandeln.
Cybersicherheit und der Return on Investment
Worauf die Experten von Fortified Health Security außerdem hinweisen: Aufgrund der zunehmend komplexer werdenden Bedrohungslage, werde auch der Return on Investment von Cybersicherheitsmaßnahmen immer deutlicher. In den USA können Verstöße gegen den Health Insurance Portability and Accountability Act, kurz HIPAA, je nach Kategorie mit Geldstrafen von 1,5 Millionen US-Dollar pro Jahr geahndet werden. Alleine deshalb könne eine Investition in Cybersicherheit von 100.000 US-Dollar Kosten von bis zu 300.000 US-Dollar bei einem Angriff oder Datenleck verhindern.
Und auch mit Blick auf die Versicherungsprämien, die analog zur Bedrohungslage steigen, machen sich Investitionen in die Cybersicherheit bezahlt. „Wenn ein robustes Cybersicherheitsprogramm die Versicherungsprämien um 15 Prozent senkt, was bei einer Jahresprämie von einer Million US-Dollar durchaus möglich ist, sind das direkte Einsparungen in Höhe von 150.000 US-Dollar“, rechnen die Macher des Reports vor. Cybersicherheit ist also nicht länger ein reiner Kostenfaktor, sondern ein notwendiges und vor allem auch strategisches Invest in die Zukunft.



