US-Pharmakonzern kommt nach Rheinland-Pfalz

by | Nov 17, 2023

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Eli Lilly investiert 2,3 Milliarden Euro in neue Produktionskapazitäten in Alzey, die zum größten europäischen Standort ausgebaut werden sollen. 

 

Zufriedene Gesichter bei der Verkündung in Berlin: Der US-Pharmakonzern Eli Lilly will im rheinland-pfälzischen Alzey für 2,3 Milliarden Euro ein neues Hightech-Werk für injizierende Medikamente bauen.1.000 neue Arbeitsplätze sollen so entstehen, während der Bauphase ab 2024 noch einmal weitere 1.900. Genau das sei auch einer der Gründe für die Standortwahl gewesen, sagte Produktionsvorstand Edgardo Hernandez in Berlin: der gute Zugang zu Talenten und qualifiziertem Personal.  

Sicherlich waren auch die anderen großen Namen der Pharmabranche ausschlaggebend für die Standortentscheidung: Boehringer Ingelheim, Biontech, Novo Nordisk. Gerade letzterer ist einer der größten Wettbewerber bei Medikamenten gegen Diabetes und Übergewicht (hct hat berichtet). Denn auch Eli Lilly will im neuen deutschen Werk vor allem Mounjaro produzieren, das wie Ozempic von Novo Nordisk vor allem bei Typ-2-Diabtes, aber auch bei Adipositas eingesetzt wird, jedoch auf einem anderen Wirkstoff basiert.  

Wie wichtig das Investment in den Standort Deutschland ist, zeigte die Anwesenheit von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach bei der Pressekonferenz. Betont wurde, dass man Eli Lilly nicht mit Subventionen habe anlocken müssen. Die Pharmaindustrie verfüge in Deutschland über ein funktionierendes Ökosystem, attestierte Habeck. Lauterbach sieht sich zudem in den Bemühungen, den Pharmastandort Deutschland wieder attraktiver zu machen, bestärkt: „Wir werden die Rahmenbedingungen für Forschung und Produktion noch weiter verbessern.“ 

Dass Eli Lilly aus rein wirtschaftlicher Sicht ein „guter Fang“ für die Region ist, verraten die Quartalszahlen, die der Konzern am 2. November veröffentlicht hat. Der Gewinn ja Aktie lag bei 0,1 US-Dollar. Bei den Umsätzen konnte der Konzern eine Steigerung um knapp 37 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal erwirtschaften. Insgesamt verzeichnete die Aktie von Eli Lilly einen Anstieg von rund 60 Prozent innerhalb eines Jahres, was vor allem an Mounjaro liegt. Goldman Sachs prognostizierte den Markt für ebensolche Abnehmmedikamente bis 2030 auf etwa 100 Milliarden US-Dollar. Und bisher haben vor allem Novo Nordisk und Eli Lilly hier die Nasen vorn – wobei weitere Wettbewerber wie Pfizer, Amgen oder Structure Therapeutics sich ebenfalls ihren Marktanteil in diesem neuen Feld sichern wollen und gut im Rennen liegen.  

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