Der Unterausschuss für Aufsicht und Untersuchungen des US-Repräsentantenhauses hat eine Anhörung zum 340B-Arzneimittelpreisprogramm abgehalten, um aktuelle Entwicklungen und mögliche Reformen des Programms zu diskutieren. Die Anhörung erfolgte im Zusammenhang mit dem kürzlich eingeführten 340B ACCESS Act.
In Washington D.C. fand kürzlich eine bedeutende Anhörung des Ausschusses für Energie und Handel des US-Repräsentantenhauses statt, bei der das 340B-Arzneimittelpreisprogramm im Fokus stand. Dieses Programm, das nach Medicare Part D das zweitgrößte staatliche Arzneimittelprogramm in den USA ist, ermöglicht es qualifizierten Gesundheitseinrichtungen, lebensrettende Medikamente zu stark reduzierten Preisen zu erwerben. Laut dem kürzlich veröffentlichten Jahresbericht beliefen sich die Umsätze im Rahmen des Programms im Jahr 2023 auf über 124 Milliarden US-Dollar, wobei die Nettorabatte 53 Milliarden US-Dollar überschritten.
Reformbedarf und neue Gesetzesvorschläge
Die Anhörung erfolgte kurz nach der Einführung des 340B Affording Care for Communities and Ensuring a Strong Safety-Net (340B ACCESS) Act, einer Gesetzesvorlage, die von den Abgeordneten Larry Bucshon, Earl L. „Buddy“ Carter und Diana Harshbarger eingebracht wurde. Diese Gesetzesinitiative zielt darauf ab, das 340B-Programm zu reformieren, um sicherzustellen, dass es als echtes Sicherheitsnetz für Patienten dient und Arzneimittel zu ermäßigten Preisen angeboten werden. Zudem soll das Gesetz verhindern, dass Zwischenhändler und gewinnorientierte Unternehmen unrechtmäßig vom 340B-Programm profitieren, und es sollen klare, durchsetzbare Regeln sowie eine verstärkte Aufsicht eingeführt werden.
Zeugenaussagen und Expertenmeinungen
Während der Anhörung äußerten sich mehrere Experten zu den Auswirkungen und der Notwendigkeit von Reformen im 340B-Programm. Dr. Anthony DiGiorgio, Neurochirurg an der University of California San Francisco (UCSF) Health, sprach über das „explosive Wachstum“ des Programms und die negativen Folgen von Missbrauch. Er schlug Reformen wie erhöhte Transparenz und eine strengere Definition der Teilnahmeberechtigung vor.
Sue Veer, Präsidentin und CEO des Carolina Health Centers, hob hervor, wie das 340B-Programm es Einrichtungen ermöglicht, den Zugang zu umfassender Grund- und Vorsorge zu verbessern, die andernfalls nicht finanzierbar wären. Sie betonte die Bedeutung einer Rückkehr zu den ursprünglichen Absichten des Kongresses, als das 340B-Programm eingeführt wurde, und mahnte eine bessere Ausrichtung auf diese Ziele an.
William (Bill) Smith, PhD, Senior Fellow am Pioneer Institute, wies darauf hin, dass das 340B-Programm eine Vielzahl von Interessengruppen betrifft, darunter Patienten, Anbieter und Steuerzahler. Er plädierte dafür, dass Reformen des Programms mit Vorsicht angegangen werden sollten, um weitere Schließungen von Krankenhäusern in einkommensschwachen ländlichen und städtischen Gebieten zu vermeiden.
Matthew Perry, Präsident und CEO des Genesis Healthcare Systems, berichtete über die positiven Auswirkungen des 340B-Programms auf seine Einrichtung, insbesondere in Bezug auf die Rückführung der Einsparungen in die Patientenversorgung und die Senkung von Gesundheitskosten für einkommensschwache Patienten. Er appellierte an die Gesetzgeber, bei Reformen sorgfältig zu bedenken, wie viel kritische Patientenversorgung durch das 340B-Programm ermöglicht wird.
Wachsende Unterstützung für Reformen
Der Präsident und CEO von PhRMA, Stephen J. Ubl, begrüßte den 340B ACCESS Act und die damit verbundenen Maßnahmen zur Verbesserung von Transparenz und Aufsicht. Er kritisierte, dass das 340B-Programm im Laufe der Jahre von großen Krankenhäusern und Apothekenketten ausgenutzt wurde, ohne dass dies den Patienten zugutekam. „Der 340B ACCESS Act wird dem ein Ende setzen und sicherstellen, dass das Programm besser für Patienten und echte Sicherheitsnetzanbieter funktioniert“, so Ubl.
Die Anhörung unterstrich die wachsende Unterstützung für Reformen im 340B-Programm, das für viele Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen eine lebenswichtige Finanzierungsquelle darstellt. Während die Diskussionen über die Zukunft des Programms weitergehen, bleibt abzuwarten, wie sich diese Gesetzesinitiativen auf die Gesundheitsversorgung in den USA auswirken werden.



