Wie US-Medien berichten, steht die Apothekenkette Walgreens Boots Alliance womöglich vor dem Verkauf an Private Equity Investor Sycamore Partners.
So einfach geht es an den Bören aufwärts. Das Wall Street Journal berichtet, dass die US-Apothekenkette Walgreens Boots Alliance in Gesprächen mit Private Equity Investor Sycamore Partners steht und ein anschließendes Delisting plant und prompt stieg der Kurs der Kette nach einer seit Jahresbeginn kontinuierlichen Talfahrt zweistellig an. Ein ähnliches Bild zeigt auch die CGM-Aktie nach eben derselben Ankündigung nur mit einem anderen Private Equity Investor: plus 32,16 Prozent in den letzten fünf Tagen.
Neben Sycamore wurden in den vergangenen Wochen auch andere potenzielle Käufer ausgelotet, heißt es, Gespräche würden derzeit aber nur mit Sycamore geführt. Beide Seiten waren bisher nicht zu einer Stellungnahme bereit.
Walgreens ist die zweitgrößte Apothekenkette der USA, zu der auch die britische Einzelhandels- und Apothekenkette Boots gehört. Für diesen Unternehmensteil wird schon seit Jahren ein Käufer gesucht. Walgreens selbst wollte den Weg in die Privatisierung bereits 2019 gehen, damals mit der Beteiligungsgesellschaft KKR. Das Übernahmeangebot scheiterte jedoch. Vor fünf Jahren stand eine Unternehmensbewertung von 55 Milliarden US-Dollar im Raum. Heute sind es nur noch rund acht Milliarden, wobei zum Stichtag 31. August 2024 demgegenüber auch langfristige Schulden von über acht Milliarden US-Dollar in den Büchern vermerkt waren.
Die Verbrauchernachfrage in den USA ist aufgrund der anhaltenden Inflation schwach und auch die Erstattungssätzen im Apothekengeschäft sind niedrig. Hinzu kommt auch jenseits des Atlantiks die große Online-Konkurrenz unter anderem durch den Versandriesen Amazon. Ende 2023 hat Tim Wentworth die Geschicke von Walgreens übernommen. Und er hat Erfahrung im Gesundheitswesen, war CEO von Evernorth, der Gesundheitsdienstleitungsplattform des Versicherers Cigna, sowie CEO von Express Scripts, dem größten Apotheken-Benefit-Manager der USA. Wentworth hat dem Unternehmen einen radikalen Sparkurs von über einer Milliarde US-Dollar verordnet, wozu ein abgespecktes Management sowie die Schließung von 1.200 Filialen in den kommenden drei Jahren gehört. Ob das bereits ausreicht, um für Private Equity Investor Sycamore interessant zu sein, werden die nächsten Tage zeigen. Für die Beteiligungsgesellschaft wäre es in jedem Fall ihr bisher größter Deal.



