Universitätsklinikum Leipzig entwickelt eigenes Company-GPT

von | März 5, 2026

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Dass KI und Datenschutz kein Widerspruch sein müssen, zeigt nun das Universitätsklinikum Leipzig mit einem selbstentwickelten KI-Assistenzsystem.

  

 

Eine Vorreiterrolle nehme man in Sachen KI ein, heißt es vom Universitätsklinikum Leipzig sicherlich nicht ohne Stolz. Denn dort hat man eine hausinterne KI-Plattform entwickelt, ein Company-GPT, die datenschutzkonform und sicher ausschließlich im eigenen Rechenzentrum betrieben wird. Und dass man in Leipzig damit vermutlich auch die Cybersicherheit drastisch erhöht hat, zeigt der aktuelle Netskope Threat Report.

Genau diese hohen Datenschutzstandards unterstreicht man auch in Leipzig und dennoch müsse die Belegschaft nicht auf die KI-Unterstützung im klinischen und administrativen Alltag verzichten. Als Company-GPT wurde es speziell für die Anforderungen eines Universitätsklinikums entwickelt und kann auch mit sensiblen Informationen wie Patientendaten oder Unternehmensinterna arbeiten.

„Wir wollten die Vorteile moderner generativer KI nutzen, ohne Kompromisse beim Datenschutz einzugehen“, beschreibt Dr. Robert Jacob, Kaufmännischer Vorstand des UKL, die Beweggründe hinter der Entscheidung, eine eigene Lösung zu entwickeln. „Viele Krankenhäuser nutzen KI bereits, aber bisher nur punktuell, etwa für die medizinische Entscheidungsunterstützung in der Radiologie. Mit UKL-GPT etablieren wir ein breit verfügbares, internes Assistenzsystem für alle Berufsgruppen – etwas, das es so bisher erst an ganz wenigen Orten gibt“, ist Dr. Jacob überzeugt.

Digitaler Wissensassistent für über 8.000 Dokumente

Kernfunktion von UKL-GPT ist eine intelligente Suche in rund 8.700 internen Dokumenten aus dem Dokumentenlenkungssystem roXtra – darunter Leitlinien, Standard Operating Procedures, respektive Standardarbeitsanweisungen und Verwaltungsunterlagen. Mitarbeitende erhalten so schneller Zugriff auf relevantes internes Wissen. Hinzu kommt als zweiter Baustein ein KI-gestützter Textassistent (Chatbot), der bei der Erstellung von E-Mails, Berichten oder Zusammenfassungen hilft. UKL-GPT verarbeitet dabei bis zu 140 Sprachen und hilft damit auch bei der Einbindung internationaler Kolleginnen und Kollegen.

Perspektivisch soll das System zu einer zentralen Wissens- und Assistenzplattform am UKL ausgebaut werden. Geplant ist, die KI kontinuierlich weiterzuentwickeln und neue Anwendungsfelder zu erschließen. Aktuell setzt das Team weitere konkrete Anwendungen um, etwa zur Unterstützung der Anamnese oder automatisierten Erstellung von Anträgen. Zudem werden schrittweise weitere interne Systeme wie SharePoint und Netzlaufwerke oder das gesamte digitale Patienten-Archiv mit über 20 Millionen medizinischen Dokumenten angebunden. Im Endeffekt soll UKL-GPT so zur digitalen Schnittstelle zwischen den derzeit noch vielfältigen Dokumentenverwaltungen und Informationssystemen und somit auch zwischen Verwaltung und klinischen Prozessen werden.

Entstanden aus einem Datathon

Die Idee zu UKL-GPT entstand 2024 im Rahmen eines klinikinternen Datathons, bei dem an zwei Tagen kleine interdisziplinäre Teams Pilot-Lösungen für aktuelle datenbezogene Herausforderungen am Klinikum entwickelt haben. Initiiert wurde das Projekt von einem damaligen Assistenzarzt, umgesetzt von der Leipziger Firma 4K Analytics GmbH, die das System in Zusammenarbeit mit dem UKL entwickelte. Nach einer ersten erfolgreichen Pilotphase mit mehr als 100 Nutzern wurde UKL-GPT nun für den Regelbetrieb freigegeben.

„Das System entlastet bei täglichen Aufgaben und schafft so Freiräume für die eigentliche Kernaufgabe: die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten“, sagt Dr. Carina Cundius, Abteilungsleiterin Analytics im Bereich IT am UKL, die das Projekt begleitete.

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