Uniklinikum Heidelberg validiert PROM Projekt

von | Apr. 9, 2026

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Einfacher Zugang zu PROMs für die Patienten, einfache Übertragung in die digitale Patientenakte für das Klinikpersonal. In einer Studie konnte ein Team des UKHD nun nachweisen, dass ihre Software Mehrwert bietet. 

 

In Heidelberg hat ein Team um Prof. Martin Dugas eine Software entwickelt, mit der Patientinnen und Patienten Angaben zu ihrem Gesundheitszustand über ein eigenes Mobilgerät beantworten können. Die Informationen aus diesen Patient Reported Outcome Measures (PROM) werden anschließend direkt in die elektronische Patientenakte am Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) übermittelt. Zudem können die Daten nach Einwilligung durch die Patientinnen und Patienten anonymisiert für klinische Studien zur Verfügung gestellt werden.

Nun hat Prof. Dugas mit weiteren Froschenden der Medizinischen Fakultät und der Universität Heidelberg die technische und klinische Machbarkeit des Systems validiert. Die Ergebnisse sind im „Journal of Medical Internet Research“ erschienen.

Dafür wurden über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen bis maximal drei Monaten PROMs von insgesamt 110 Patientinnen und Patienten aus vier Kliniken des UKHD erhoben. Die Patientinnen und Patienten bearbeiteten PROMs in täglichen oder wöchentlichen Abständen. Die Forschenden ermittelten unter anderem die Teilnahmequote, die Zeit zwischen E-Mail-Versand und Teilnahme, die Vollständigkeit der abgegebenen Daten und deren Bedeutung für die Behandlung.

Die Studie zeigt, dass PROM-Erhebungen über das neu entwickelte System in verschiedenen medizinischen Bereichen funktionieren. Von 184 angefragten Personen stimmten 110 (60 Prozent) der Teilnahme zu. Sie beantworteten die Fragebögen regelmäßig – im Durchschnitt innerhalb von weniger als acht Stunden. Besonders relevant: Aus den online abgegebenen Bewertungen ergaben sich in allen vier Kliniken wichtige Befunde. So zeigte sich zum Beispiel bei Befragungen von 36 Patientinnen und Patienten zur Psychosomatik nach vierwöchiger Therapie ein Anstieg der gesundheitsbezogenen Lebensqualität von 42 auf 60 Prozent. Das Klinikpersonal bewertete die direkte Übertragung in die Patientenakten als hilfreich für die Versorgung, etwa bei der Schmerzbehandlung.

„Wir haben gezeigt, dass es möglich und sinnvoll ist, Abfragen zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität regelmäßig über private Geräte durchzuführen, und zwar in vier völlig unterschiedlichen medizinischen Bereichen“, resümiert Prof. Dugas, Lehrstuhlinhaber Medizinische Informationssysteme an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und Direktor des Instituts für Medizinische Informatik am Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD). „Die Betroffenen merken, dass sie einen Beitrag zu ihrer eigenen Therapie leisten können – und sind deshalb bereit, auch in kurzen Zeitabständen Fragebögen zu beantworten.“

Die technische Herausforderung dieses Projekts bestand darin, ein einfach zu bedienendes System zu entwickeln, das auf patienteneigenen Mobilgeräten funktioniert und das zugleich die hohen Anforderungen an Informationssicherheit und Datenschutz eines Klinikums erfüllt. Nächstes Ziel des Instituts für Medizinische Informatik ist es, das System nach dem erfolgreichen Pilotbetrieb am UKHD auch in allen Tochterkliniken des Universitätsklinikums in Anwendung zu bringen.

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