Deutlich mehr OPs werden am Universitätsklinikum Dresden mittlerweile ambulant durchgeführt. Patientenströme werden gezielt gelenkt. Das setzt Kapazitäten frei.
1.000 ambulante OPs mehr als im Vorjahreszeitraum. Das ist die Bilanz, die das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden (UKDD) für das erste Halbjahr 2026 zieht. Mehr als 5.100 ambulante Eingriffe habe man durchgeführt. Und diesen Trend will man künftig strukturell noch stärker unterstützen, weil dadurch Ressourcen effizienter genutzt werden können, erklärt der Kaufmännische Vorstand Janko Haft: „Durch die Lenkung dieser Patientenströme aus dem stationären in den ambulanten Bereich werden freie Ressourcen generiert, welche sofort durch schwere stationäre Fälle belegt werden. Dadurch werden Wartezeiten für elektive (Eingriffe, einschließlich Tumoreingriffe relevant verkürzt und damit die Patientenzufriedenheit gesteigert.“
Die Vorarbeiten für die strukturellen Veränderungen wurden bereits im vergangenen Jahr gestartet – etwa mit einem zentralen OP-Management, das seitdem stetig ausgebaut wird. Eine der dortigen Kernaufgabe ist die Organisation und Leitung des neuen Ambulanten OP-Zentrums (AOPZ) am Uniklinikum – also die klinikübergreifende Zentralisierung der ambulanten Operationen. Das setzt auf räumlich und personell getrennte Teams, vor allem in der OP-Pflege, im ambulanten und zentralem OP-Bereich. „Die stete Weiterentwicklung der Medizin ermöglicht es, immer mehr Eingriffe bei höchster Qualität ambulant durchzuführen. Freiwerdende stationäre Kapazitäten werden entsprechend für andere komplexere Eingriffe genutzt, so dass bei steigender Anzahl ambulanter Operationen die Zahl der stationären OP-Aufenthalte konstant bleibt, beziehungsweise deren Fallschwere steigt“, sagt Prof. Uwe Platzbecker, Medizinischer Vorstand am Uniklinikum.
Stationär, ambulant, im MVZ
Im AOPZ finden aktuell ambulante Eingriffe des Universitäts-Centrums für Orthopädie, Unfall- & Plastische Chirurgie, der Klinik für Kinderchirurgie, der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie sowie der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie statt. Weitere Einrichtungen sollen perspektivisch ebenfalls integriert werden. Durch den Versorgungsauftrag des Uniklinikums als Maximalversorger werden ambulante Operationen von allen Kliniken angeboten sowie durchgeführt. Weiterhin werden ambulante Eingriffe in der Chirurgie, Unfallchirurgie und Orthopädie sowie der Dermatologie durch das Medizinisches Versorgungszentrum MVZ, eine hundertprozentige Tochter des Uniklinikums Dresden, durchgeführt.
„Als Klinikum mit hochspezialisiertem medizinischen Fachpersonal können wir ambulante Operationen auch Patienten anbieten, welche unter Umständen sonst stationär hätten betreut werden müssen. Dank neuster anästhesiologischer Techniken, schonender OP- und Anästhesieverfahren können vorerkrankte Patienten, welche von der häuslichen Umgebung stark profitieren, zunehmend auch ambulant operiert werden“, sagt Dr. Juliane Ende, OP-Managerin am Uniklinikum Dresden.
Karriereweg Ambulantes Operieren
Um ausreichend Personal für den wachsenden Bedarf an ambulanten Operationen sicherzustellen, wird am Uniklinikum Dresden der Einsatz anderer Fach- und Berufsgruppen des nicht-ärztlichen Personals für das ambulanten Operieren ermöglicht: Dazu zählt zum Beispiel ein Curriculum der Weiterbildung der Medizinischen Fachangestellten (MFA) zum ambulanten Operieren an der Carus-Akademie. In Sachsen ist dies die einzige Möglichkeit für die MFAs sich im ambulanten Operieren weiterbilden zu können. Das Curriculum ist erstmals im Mai 2026 gestartet. Mit diesem neuen Angebot erweitert die Carus Akademie ihr Portfolio ergänzend zu den Ausbildungen Operationstechnische/r Assistent/in (OTA) und zur Fachweiterbildung Operationsdienst. Gleichzeitig entstehen neue Entwicklungsperspektiven für Kolleginnen und Kollegen mit dem Berufsabschluss als Medizinische Fachangestellte am UKDD sowie aus chirurgischen Praxen der ambulanten Versorgung.



