Unikliniken übernehmen Ruder bei Telemedizinstruktur

by | Nov 2, 2023

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Das Netzwerk Universitätsmedizin, NUM, will einheitliche Standards für die telemedizinische Versorgung erarbeiten. 

 

Nomen es Omen: Im Rahmen eines neuen Projekts will das NUM die heterogene telemedizinische Infrastruktur überwinden. Das neue Universitäre Telemedizin Netzwerk, UTN, hat sich zum Ziel gesetzt, Forschungsdaten standardisiert telemedizinisch zu erfassen, um so sowohl auf semantischer als auch syntaktischer Ebene für Interoperabilität zu sorgen. Oder anders formuliert: Sowohl die Struktur der zu analysierende Daten (Syntax) als auch die dahinterstehende Bedeutung (Semantik) soll standardisiert werden. Im Zuge dessen solle außerdem evidenzbasierte Leitlinien für die telemedizinische Versorgung entwickelt werden.   

„Telemedizinische Netzwerke bieten Kapazitäten in Krisenzeiten und ermöglichen die Erfassung von Längsschnittdaten in hoher Frequenz und Qualität, insbesondere bei schwer erreichbaren Patienten“, heißt es in der Projektbeschreibung. Mit dem UTN wolle man ein solches Netzwerk schaffen.  

In einem ersten Schritt will man deshalb einen Rahmen zur standardisierten elektronischen Datenerfassung und -integration für die Covid-19-Forschung schaffen. Der Fokus liegt darauf, die Langzeitfolgen der Erkrankung und deren Risikofaktoren vornehmlich bei Patienten nach der Entlassung aus dem Krankenhaus zu erfassen. Auch eine Integration in die NUM- sowie die Infrastruktur der Medizininformatik-Initiative, MII, sei geplant. „Auf diese Weise kann eine strukturierte, standortübergreifende Konsolidierung von hochfrequenten, telemedizinisch generierten Forschungsdaten unter größtmöglicher Nutzung bereits bestehender oder entstehender NUM-Infrastrukturen erreicht werden“, heißt es weiter. Langfristig wollen man eine nachhaltige telematische Infrastruktur aufbauen, mit der auch künftige Krisen bewältigt werden können und die im Bedarfsfall sofort aktiviert werden kann. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung, BMBF, fördert die Arbeit mit 3,8 Millionen Euro. 

 

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