Laut Umweltbundesamt braucht es mehr Aufklärung und Wissensvermittlung, damit falsch entsorgte Medikamente nicht zu einem Problem für die Umwelt werden.
Die Belastung der Umwelt durch Arzneimittelwirkstoffe ist ein wachsendes Problem, sagt das Umweltbundesamt. Vor allem falsch entsorgte Medikamente würden die Umwelt belasten, heißt es. Und das liege vor allem daran, dass die Menschen in der Regel nicht wissen, wie sie Medikamente richtig entsorgen sollen. Bundesweit unterschiedliche Entsorgungswege würden es den Menschen hierzulande weiterhin schwer machen. Auch deshalb würden Reste oder abgelaufene Medikamente – gerade, wenn sie flüssig sind – in der Toilette oder Spüle statt im Restmüll oder auf dem Recyclinghof landen.
Deshalb startet das Umweltbundesamt nun ein neues Internetportal zum Thema „Humanarzneimittel und Umwelt“. Hier sollen sich nicht nur Laien, sondern auch pharmazeutisches und medizinisches Fachpersonal informieren können. Als ein Schwerpunkt wurden zum Beispiel Lehrmaterialien für eben diese Fachkräfte als Fortbildungsmöglichkeit entwickelt.
Denn falsch entsorgte Arzneimittel seien nur ein Aspekt. Über Ausscheidungen oder auch das Abwaschen von der Haut gelangen Arzneimittelrückstände ins Abwasser und letztlich in unsere Umwelt. Kläranlagen können diese Stoffe oft nicht vollständig entfernen, so dass sie in die Gewässer gelangen. Gerade Arzneistoffe, die als biologisch hochaktive Substanzen gezielt auf Organismen wirken, beeinflussen auch andere Lebewesen und Ökosysteme. Sie können den Stoffwechsel von Organismen verändern, in den Hormonhaushalt eingreifen oder die Signalübertragung zwischen Zellen beeinflussen.
Hierfür gelte es zu sensibilisieren, was man in Dessau-Roßlau unter anderem mit dieser Informationskampagne versucht. „Akteure im Gesundheitswesen sind wichtige Multiplikatoren bei der Sensibilisierung von Verbrauchenden für die Umweltprobleme, die durch Arzneimittelrückstände entstehen“, heißt es vom Umweltbundesamt.
Die nun veröffentlichten Empfehlungen wurden mit Fachleuten aus dem Gesundheitswesen diskutiert. Ziel war es, praxisnahe und sinnvolle Maßnahmen zu entwickeln, die einfach umzusetzen sind und der Umwelt nützen.


