Umfrage zum Tag der Pflegenden: Chancen werden unterschätzt

by | May 10, 2024

Quelle: SRH Holding

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Pflege wird immer wichtiger, glaubt der Großteil der Befragten einer repräsentativen Umfrage des Marktforschers Civey im Auftrag des Gesundheits- und Bildungsunternehmen SHR zum Tag der Pflegenden an diesem Sonntag. 

 

Dass die Pflege enorm wichtig ist und sogar noch wichtiger wird, wissen die meisten Menschen in Deutschland. Das zumindest suggeriert eine repräsentative Umfrage des Gesundheits- und Bildungsunternehmens SRH. Gemeinsam mit dem Markt- und Meinungsforschungsunternehmen Civey hat die SRH zum internationalen Tag der Pflegenden am 12. Mai 5.000 Erwachsene zum Stellenwert und den Aufgaben der Pflege in Kliniken befragt. Demnach glauben 89,4 Prozent der Befragten, dass Berufe im Bereich der Pflege in Zukunft wichtiger werden. Entsprechend wurde die „gesellschaftlich relevante Tätigkeit” als häufigstes Kriterium genannt, das den Pflegeberuf attraktiv macht (38,5 Prozent).

Gleichzeitig wissen die meisten Menschen im Land nicht, wie umfangreich der Pflegeberuf eigentlich ist. Nach den Aufgaben gefragt, wurden vor allem die Vorbereitung und das Verabreichen von Medikamenten genannt (84,9 Prozent), gefolgt von der Patientenüberwachung und medizinischen Versorgung (72,2 Prozent). Nicht bewusst war den Befragten hingegen, dass Pflegekräfte auch eine wichtige Rolle in der Qualitätskontrolle der medizinischen Versorgung spielen. Dies gaben lediglich 40,1 Prozent von ihnen an.

Pflege wird als sinnstiftend wahrgenommen.

Auffällig ist zudem, dass die verschiedenen Generationen ganz unterschiedliche Aspekte am Pflegeberuf attraktiv finden. Für die 18- bis 29-jährigen ist die Beziehung zu Bedürftigen ein Plus, für die Generation ab 65 der Sicherheitsaspekt. Allerdings hat auch mehr als ein Viertel der Befragten überhaupt keine Antwort auf die Frage, was den Pflegeberuf attraktiv macht.

Das mag auch daran liegen, dass kaum einer weiß, dass es in der Pflege Aufstiegschancen gibt. Lediglich 10,9 Prozent der Befragten wählten die Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten als attraktiven Aspekt des Pflegeberufs aus. Offenbar spielt die Expertise, die Pflegefachkräfte gewinnen können, in der externen Wahrnehmung kaum eine Rolle. Dabei liegt hier laut Susanne Vohs, Koordinatorin und Sprecherin des SRH Pflegeboards, ein wesentlicher Vorteil des Berufsfelds: „Die möglichen Weiterbildungs- und Karriereschritte machen den Pflegeberuf besonders, wie etwa zur Fachschwester, zum Praxisanleiter oder zur Pflegedienstleitung.”

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