Der Verband der Hausärztinnen und Hausärzte hat eine Umfrage veröffentlicht, die zeigt: Die Deutschen sind unzufrieden mit der hausärztlichen Versorgung.
Anlässlich des 47. Hausärztinnen- und Hausärztetages hat der dazugehörige Verband nun eine Civey-Umfrage veröffentlicht, die zeigt: Fast jeder zweite Befragte beklagt die hausärztliche Versorgung im Land. Auf die Frage, wie sich die hausärztliche Versorgung in der Region in den vergangenen fünf Jahren entwickelt hat, antworteten 44 Prozent mit „eher verschlechtert“ oder „eindeutig verschlechtert“. Lediglich 13 Prozent glauben, die Situation habe sich „eindeutig verbessert“ oder „eher verbessert“.
Auffällig ist, dass vor allem in den ostdeutschen Bundesländern eine Verschlechterung noch deutlicher wahrgenommen wird als im Bundesschnitt. In Sachsen schätzen 54 Prozent der Befragten die Lage als schlechter ein, in Sachsen-Anhalt 55 Prozent und in Brandenburg 54 Prozent. Nur die Menschen im Saarland bewerten die aktuelle hausärztliche Versorgung noch schlechter. Dort sagen es 58 Prozent der Befragten. Positiv sticht offensichtlich die Versorgung in Hamburg hervor. Dort sagen mit 35 Prozent die wenigsten Befragten, dass sich die Situation in den letzten fünf Jahren verschlechtert habe.
Sorge vor Sparmaßnahmen der Regierung
Den Umfrageergebnissen zufolge sorgen sich die Menschen im Land allerdings auch davor, dass sich die Versorgungsituation durch die aktuellen Sparmaßnahmen der Regierung noch einmal verschlechtern könnte. 62 Prozent gehen von längeren Wartezeiten beim Hausarzt aus, 50 Prozent glauben, der Zugang zu Hausarztpraxen könnte sich mit den geplanten bundespolitischen Maßnahmen verschlechtern, und 50 Prozent gehen zudem von einer künftig schlechteren Behandlungsqualität aus. Vor allem rechnet die überwiegende Mehrheit (60 Prozent) mit deutlich weniger Zeit pro Patient beim Hausarzt.
Das ist insofern kritisch, weil 81 Prozent der Befragten sagen, dass die hausärztliche Versorgung einen entscheidenden Einfluss auf die Wohn- und Lebensqualität in der eigenen Region hat. Auch hier ist interessant, dass noch einmal deutlich mehr Menschen in den ostdeutschen Bundesländern dieser Aussage zustimmen, nämlich 87 Prozent in Sachsen-Anhalt, 85 Prozent in Sachsen, 83 Prozent jeweils in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sowie 84 Prozent in Thüringen.
Mit Blick auf die Politik könnte das auch eine zusätzliche Erklärung für den Wahlausgang in Sachsen-Anhalt sein. Denn 51 Prozent der Befragten im gesamten Bundesgebiet stimmen der Aussage zu, dass die Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung die eigene Wahlentscheidung bei kommenden Wahlen beeinflusst. Bei der Umfrage 2024 lag die Zustimmung zu dieser Aussage mit 37,5 Prozent nicht nur deutlich niedriger, damals lehnten sogar 45,4 Prozent der Befragten die Aussage noch ab. Heute liegt die Ablehnung bei nur noch 29 Prozent – also eine deutliche Veränderung in nur zwei Jahren.
Durchgeführt wurde die aktuelle Umfrage zwischen dem 25. Und 27. August 2026.


