Umfrage: Vor-Ort-Apotheken wichtig für Deutschland

von | Jan. 20, 2025

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Eine Umfrage des Verbands Pharma Deutschland zeigt: Die Apotheken vor Ort bleiben die erste Wahl beim Kauf rezeptfreier Arzneimittel.

 

Die Online-Konkurrenz wächst und nun kündigt auch noch Drogerie-Riese dm ein, in das Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten einsteigen zu wollen. Entsprechend groß ist mittlerweile der Druck auf die Vor-Ort-Apotheken. In dieser Gemengelage wirkt die repräsentative Umfrage des Verbands Pharma Deutschland wie eine Art Beruhigungspille. Denn laut der Erhebung bleiben die Apotheken vor Ort die erste Wahl beim Kauf rezeptfreier Arzneimittel. Fast zwei Drittel der Befragten kaufen rezeptfreie Medikamente vor Ort. Auf Versandapotheken setzen hingegen nur 23 Prozent der Befragten. Bei Pharma Deutschland sieht man damit den Trend einer früheren Umfrage aus dem Mai 2024 bestätigt. Auch damals sagten 67 Prozent, sie kaufen rezeptfreie Arzneimittel in der Apotheke.

Wirklich ein Trend?

Für Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland, sind die Ergebnisse nicht überraschend. Schließlich kämen in den Apotheken vor Ort fachliche Expertise und hohe Produktqualität zusammen, was sie für eine sichere und effektive Gesundheitsversorgung so unverzichtbar mache. „Die Menschen schätzen die Nähe, die persönliche Beratung und das Vertrauen in die Kompetenz der Apothekerinnen und Apotheker, die Patientinnen und Patienten helfen, sich im Umgang mit rezeptfreien Arzneimitteln sicher zu fühlen und informierte Entscheidungen zu treffen“, sagt Brakmann.

Allerdings fällt bei genauer Betrachtung beider Umfragen auf, dass der Anteil der Befragten, die bei OTC-Mitteln auf Vor-Ort-Apotheken setzen von Mai 2024 bis zur aktuellen Umfrage schon um fünf Prozentpunkte zurückgegangen ist. Der Kanal „Versandapotheke“ konnte sich im selben Zeitraum hingegen von 20 auf 23 Prozent verbessen. Und auch den Weg in die Drogerie finden im Vergleich zum Mai 2024 (sechs Prozent) mittlerweile schon neun Prozent der Befragten.

Noch erste Anlaufstelle

Was wiederum für die Vor-Ort-Apotheken spricht: Sie werden über alle Altersgruppen hinweg privilegier – weil sie nah sind (36 Prozent) und die Menschen den Empfehlungen des Fachpersonals vertrauen (22 Prozent). Die Argumente haben sich damit gegenüber der Mai-Befragung kaum verändert.

Positiv wird ferner bewertet, dass auch die Vor-Ort-Apotheken mittlerweile digitaler werden – etwa über das E-Rezept oder eigene Apps. Für Online-Apotheken entscheiden sich Nutzer hingegen hauptsächlich aufgrund des günstigeren Preises.

Klar ist bei den Umfrageergebnissen allerdings auch, dass sich die stationären Apotheken keinesfalls ausruhen können, sondern vielmehr das positive Momentum nutzen sollten, um Services und Dienstleitungen auszubauen.

Einsparungen für das GKV-System

Denn gerade rezeptfreie Medikamente und die Selbstmedikation durch fachliche Unterstützung der Apotheken könnten die Ausgaben im GKV-System entlasten, rechnet man bei Pharma Deutschland vor. Für jeden Euro, der für Selbstmedikation mit rezeptfreien Arzneimitteln ausgegeben wird, spart das GKV-System Ausgaben von etwa 14 Euro.

Auch deshalb sei die Politik gefordert, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, um die flächendeckende Versorgung mit Apotheken und deren wichtige Rolle bei der Selbstmedikation auch zukünftig zu sichern“, ist Brakmann überzeugt: „Dazu gehört auch, das Potenzial der Selbstmedikation durch die Entlassung geeigneter Substanzen aus der Rezeptpflicht weiter zu stärken und so die Eigenverantwortung der Patientinnen und Patienten zu fördern.”

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