Umfrage: Sprachbarrieren führen zu Diskriminierung

von | Nov. 26, 2024

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Eine aktuelle Umfrage von Doctolib zeigt: Sprachbarrieren im Gesundheitswesen stellen ein erhebliches Problem dar. Betroffene berichten von Missverständnissen und Diskriminierung.

 

Sprachbarrieren im Gesundheitswesen stellen ein Problem dar, zeigt eine aktuelle Umfrage von Doctolib unter rund 900 Nutzern, deren Muttersprache nicht deutsch ist. Rund 70 Prozent der Befragten gaben an, Schwierigkeiten bei der Kommunikation mit medizinischen Einrichtungen zu haben – insbesondere bei der Terminvereinbarung, beim Verstehen von Anweisungen oder der Beschreibung von Symptomen. Diese Kommunikationsprobleme führen zu teils schwerwiegenden Folgen: 44 Prozent der Patienten fühlten sich aufgrund von Missverständnissen falsch diagnostiziert, falsch oder gar nicht behandelt.

Die Umfrage ergab außerdem, dass 44 Prozent der Patienten das Gefühl hatten, aufgrund ihrer Sprache, Herkunft, Religion oder Weltanschauung benachteiligt oder diskriminiert zu werden. 42 Prozent der Befragten berichteten sogar von Vorurteilen und Diskriminierung aufgrund von Kommunikationsproblemen. Dies zeigt, dass Sprachbarrieren nicht nur zu Missverständnissen, sondern auch zu ungleichen Behandlungserfahrungen führen können.

Technologie als Lösung

Um Sprachbarrieren zu überwinden, nutzen 62 Prozent der Patienten Übersetzungs-Apps und 58 Prozent vereinbaren ihre Arzttermine über einen Online-Service. Dennoch besteht großer Handlungsbedarf: 73 Prozent der Befragten vermeiden es, Termine telefonisch zu vereinbaren, weil sie Verständigungsschwierigkeiten befürchten. Darüber hinaus fühlen sich 54 Prozent gegenüber anderen Patienten benachteiligt und 47 Prozent gehen seltener oder gar nicht mehr zum Arzt. 31 Prozent der Befragten sind zudem der Meinung, dass das medizinische Personal in Deutschland nicht genug tut, um Kommunikationsprobleme zu lösen.

Nikolay Kolev, Geschäftsführer von Doctolib in Deutschland und Mitglied des globalen Vorstands sieht mehrsprachige Apps und Websites als Teil der Lösung. So könnten Patienten beispielsweise auch Termine bei Ärzten finden, die ihre Sprache sprechen. Und vorab die Möglichkeit zu haben, Dokumente zu teilen, könne ebenfalls dazu beitragen, Missverständnisse zu vermeiden und sich auf den Arztbesuch vorbereiten zu können.

Die Umfragedaten basieren auf einer nicht repräsentativen Umfrage, die Doctolib im September und Oktober 2024 über die App und die Website durchgeführt hat.

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