Die meisten Krankenhäuser fühlen sich bereits gut auf IT-Sicherheitsvorfälle vorbereitet. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von Techconsult im Auftrag von IT-Sicherheitshersteller ESET.
Schon gut vorbereitet auf IT-Sicherheitsvorfälle fühlt sich die große Mehrheit der 165 befragten Gesundheitseinrichtungen in Deutschland. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des IT-Sicherheitsherstellers ESET und des Marktforschers Techconsult. 48,3 Prozent der Befragten haben einen Notfallplan für schwere Cyberangriffe wie Ransomware-Attacken, der auch schon einmal getestet wurde. 29,3 Prozent sagen sogar, dass sie über einen strukturierten Notfallplan verfügen, der regelmäßig getestet wird.
„Die Ergebnisse zeigen, dass Cybersecurity im Gesundheitswesen längst auf der strategischen Agenda angekommen ist. Viele Einrichtungen investieren gezielt in ihre Widerstandsfähigkeit und erkennen, dass moderne IT-Sicherheit ein wesentlicher Bestandteil einer zuverlässigen Patientenversorgung ist“, sagt Christian Lueg, IT-Sicherheitsexperte bei ESET.
Besonders deutlich wird der Wandel bei den geplanten Investitionen. Mehr als 85 Prozent der befragten Krankenhäuser wollen in den kommenden zwölf Monaten moderne Lösungen zur Angriffserkennung und -abwehr einführen oder ausbauen. Dazu zählen insbesondere Managed Detection and Response (MDR) sowie Endpoint Detection and Response (EDR), die Sicherheitsvorfälle frühzeitig erkennen und Gegenmaßnahmen einleiten können.
Aus Sicht von ESET zeigen diese deutlichen Ergebnisse, dass sich Krankenhäuser nicht mehr mit klassischen Schutzmaßnahmen begnügen. Stattdessen wächst das Interesse an Technologien, die Bedrohungen aktiv erkennen und die Reaktionsfähigkeit verbessern.
Europas IT-Sicherheit gewinnt Vertrauen
Ein weiteres klares Signal der Studie: Die Gesundheitsbranche setzt zunehmend auf digitale Souveränität. Bereits heute nutzt die Hälfte der befragten Einrichtungen IT-Sicherheitslösungen europäischer Anbieter. Mehr als 80 Prozent können sich vorstellen, künftig auf einen Anbieter aus der Europäischen Union zu wechseln.Datenschutz, Compliance und Vertrauen gewinnen damit bei Investitionsentscheidungen weiter an Bedeutung. Die Ergebnisse unterstreichen den Wunsch vieler Einrichtungen, kritische IT-Infrastrukturen auf Basis europäischer Standards abzusichern.
Auch bei den Basismaßnahmen zeigt sich ein positives Bild. Die Mehrheit der Krankenhäuser setzt bereits auf etablierte Schutzmechanismen wie Firewalls, E-Mail-Sicherheitslösungen und Multi-Faktor-Authentifizierung. Gleichzeitig planen viele Einrichtungen zusätzliche Investitionen in Schulungen, Awareness-Programme und die Modernisierung ihrer Netzwerkarchitektur. Damit entwickelt sich Cybersecurity zunehmend von einer reinen IT-Aufgabe zu einem festen Bestandteil moderner Krankenhausstrategien.
Dennoch viel zu tun
Die Umfrage zeigt allerdings auch, dass es trotz aller Zuversicht noch viel zu tun gibt. So stufen alle Krankenhäuser veraltete, respektive Legacy-Systeme als Gefahr ein. Knapp jeder zweite Befragte (46,6 Prozent) sieht hierin ein Sicherheitsrisiko für seinen Betrieb. Insbesondere Allgemeinkrankenhäuser scheinen vermehrt Legacy-Hardware zu verwenden (57,1 Prozent) und betrachten dies kritisch. Auch Organisationen aus dem Bereich der ambulanten Versorgung wie medizinische Versorgungszentren und Praxisverbünde geben an, veraltete Systeme einzusetzen (56,3 Prozent).
Zudem gab mehr als die Hälfte der Krankenhäuser an, innerhalb der vergangenen zwölf Monate von einem Cyberangriff betroffen gewesen zu sein. Jede fünfte Einrichtung meldete daraus resultierende Betriebsunterbrechungen. Für die Verantwortlichen bei ESET bedeutet das: Der eingeschlagene Weg stimmt, doch die Modernisierung der digitalen Sicherheitsstrukturen bleibt eine Daueraufgabe.



