Umfrage: KI erhält langsam Einzug in ambulante Versorgung

von | Dez. 11, 2024

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Eine Doctolib-Studie im Auftrag von Gesundheitsstadt Berlin unter 300 Ärzten in Deutschland zeigt: Zwei Drittel glauben, KI ist unverzichtbar für die Zukunft der Medizin.

 

Künstliche Intelligenz (KI) hält Einzug in die ambulante Versorgung: Bereits ein Drittel der befragten Ärzte in Deutschland setzt KI-Anwendungen ein, insbesondere in der Bildgebung, Diagnostik und Dokumentation. Zu diesem Ergebnis kommt die neue Studie „Künstliche Intelligenz in der ambulanten Versorgung: Trends, Chancen und Potenziale“, für die 300 Mediziner aus ganz Deutschland befragt wurden. Die Studie, die von Doctolib im Auftrag von Gesundheitsstadt Berlin e.V. durchgeführt wurde, zeigt außerdem: Fast zwei Drittel der Befragten sehen KI als unverzichtbar für die Zukunft der Medizin, als Schlüssel zur Verbesserung der Qualität der Patientenversorgung und zur Entlastung der Praxen. 80 Prozent der Befragten wünschen sich mehr Aufklärung und Fortbildung, um einen sicheren Umgang mit KI zu gewährleisten.

KI verändert den Praxisalltag

Was vor allem erstaunt: Die Mehrheit der Befragten ist zwischen 40 und 60 Jahren alt – also nicht unbedingt die „Digital Natives“, denen man eine KI-Affinität unterstellt. Dennoch sehen sie große Vorteile von KI bei der Entlastung von Routinetätigkeiten, einer besseren Prävention sowie individuelleren Patientenversorgung. Mehr als zwei Drittel der Befragten gehen davon aus, dass KI dazu beitragen wird, den Fachkräftemangel durch die Automatisierung bürokratischer Tätigkeiten zu entschärfen. Für Patienten bringt der Einsatz von KI greifbare Vorteile wie kürzere Wartezeiten, präzisere Diagnosen und personalisierte Behandlungen, sind die Mediziner überzeugt.

„Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen, wie wichtig es ist, Ärzte und medizinische Fachangestellte mit innovativen Technologien zu unterstützen, sodass sie mehr Zeit für die Behandlung der Patienten haben“, zieht Nikolay Kolev, Geschäftsführer von Doctolib, Rückschlüsse aus der Befragung. Und Dr. Daniel Dettling, Geschäftsführer der Gesundheitsstadt Berlin e.V. ergänzt: „Angesichts des demografischen Wandels und des steigenden Bedarfs an medizinischen Dienstleistungen wird es darauf ankommen, die Chancen und Herausforderungen von KI in der ambulanten Versorgung zu verstehen und zu nutzen.”

Europäische Lösungen schaffen vertrauen

Eine klare Mehrheit der Ärzte fordert allerdings auch, dass vor allem die Trainingsdaten aus Deutschland und Europa kommen sollen (190 Stimmen für aus Deutschland, 204 Stimmen für aus Europa. Bei der Frage, woher KI-Anwendungen kommen sollen, sagen zwar auch etwa die Hälfte der Befragte, dass es für sie eine (sehr) große Rolle spielt, dass diese in Deutschland oder Europa entwickelt werden, für die andere Hälfte spielt das allerdings nur eine weniger große, geringe oder eher geringe Rolle. Dennoch heißt es, dass Datenschutz und Transparenz der Anwendungen als Grundvoraussetzung für das Vertrauen in die Technologie gelten. Und hier sehen die Befragten trotz Fortschritte potenzielle Hürden bei Haftungsfragen und der Nachvollziehbarkeit der KI-Entscheidungen.

Dazu sagt Marc Barjenbruch, Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen: „Aufgrund der strengeren Datenschutzregeln hierzulande brauchen wir eigene Innovationen und Anwendungen, wenn wir in Zukunft nicht komplett von den USA oder Asien abhängig sein wollen.“

Die Studie zeigt, dass KI auch in den nächsten zehn bis 15 Jahren eine zentrale Rolle in der ambulanten Versorgung spielen wird. Das bejahen 250 Befragte. Allerdings setzt bisher nur ein verschwindet kleiner Anteil KI-Anwendungen zur Entlastung ihres medizinischen Personals in der eigenen Praxis auch ein – obwohl sie gerade hier Entlastungspotenzial beim Fachkräftemangel sehen.

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