Umfrage: Internet und KI erste Anlaufstelle bei Gesundheitsfragen

von | Juli 1, 2026

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Immer mehr Menschen nutzen das Internet oder KI-Chatbots als erste Anlaufstelle bei Gesundheitsfragen, zeigt eine aktuelle Civey-Umfrage im Auftrag der Debeka.

 

Muss das Gesundheitswesen Kommunikation stärker mitdenken? Wirft man einen Blick auf die aktuelle Datenlage, drängt sich dieser Frage regelrecht auf. Denn immer mehr Menschen nutzen das Internet oder KI-Chatbots als erste Anlaufstelle bei Gesundheitsfragen. Das bestätigt nun auch eine aktuelle, repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag des privaten Krankenversicherers Debeka. Demnach nutzen mehr als ein Viertel der Menschen in Deutschland (27,3 Prozent) das Internet mindestens monatlich, um sich über Symptome, Krankheiten oder Behandlungen zu informieren. Fast acht Prozent tun das sogar wöchentlich. Für die Studie wurden im Mai 2026 online 5.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger ab 18 Jahren, sowie 2.500 Personen, die im Internet nach Krankheiten, Symptomen, Behandlungen suchen, befragt.

45,5 Prozent der Befragten nennen Google und Co. mittlerweile sogar als erste Anlaufstelle für Gesundheitsfragen. Dahinter folgen Krankenversicherungs- und Gesundheitsportale (30,5 Prozent) sowie Websites von Arztpraxen und Kliniken (24,1 Prozent).

KI-Assistenten gewinnen an Bedeutung

Auffällig ist auch – wen wundert’s – die deutlich zunehmende Nutzung der KI-Assistenten: Bereits 16,1 Prozent der Bevölkerung wählen ChatGPT oder ähnliche Anwendungen zur Gesundheitsrecherche – fast so viele wie Wikipedia (18,2 Prozent). „Noch ergänzt KI klassische Suchanfragen eher, als sie zu ersetzen. Ich gehe aber stark davon aus, dass die Tendenz in den nächsten Jahren immer mehr zu KI-Suchen gehen wird”, schätzt Thomas Brahm, Vorstandsvorsitzender der Debeka Krankenversicherung, die Entwicklung ein.

Das eigentlich interessante an den Ergebnissen ist allerdings, dass nach der Online-Recherche zu Gesundheitsfragen kein einheitliches Stimmungsbild entsteht. 20,2 Prozent der Befragten fühlen sich nach ihrer Recherche eher verunsichert, 18,3 Prozent eher beruhigt. Mehr noch: 25,8 Prozent haben nach einer Online-Recherche bereits gelegentlich oder sogar häufig Angst oder Stress durch mögliche Diagnosen erlebt, 67,2 Prozent selten bis nie. Das Netz spendet Trost und erzeugt Schrecken – oft beides gleichzeitig. Hier zeigt sich, dass Kommunikation mit und für Patientinnen und Patienten künftig an Bedeutung gewinnen wird.

Online-Recherchen führen in die Praxis

Immerhin: 15,7 Prozent der Befragten haben wegen einer Online-Recherche schon einmal einen Arzttermin vereinbart. Einen Termin verschoben hat dagegen nur jeder Vierzigste (2,5 Prozent), abgesagt hat ihn nur jeder Fünfzigste (2,0 Prozent).  Die Online-Suche führt also häufiger in die Sprechstunde, als sie davon abhält. Aus Sicht der Debeka ist das eine gute Nachricht. „Wer früh informiert ist, handelt früher. Das Vertrauen in die Technologie wächst, wenn sie den Menschen unterstützt, nicht ersetzt”, sagt Thomas Brahm.

Allerdings ist das mit dem Informationsgehalt im Netz so eine Sache, zeigt die Studie ebenfalls. Fakten und Fehlinformationen liegen oft nur einen Klick entfernt. 25,4 Prozent der Befragten sind häufig auf irreführende Gesundheitsinformationen gestoßen, 26,8 Prozent gelegentlich. Insgesamt hat damit mehr als die Hälfte der Bevölkerung bereits Fehlinformationen zu Gesundheitsthemen wahrgenommen.

Und auch beim eigenen Urteilsvermögen sind die Menschen gespalten: 40,3 Prozent trauen sich zu, seriöse von unseriösen Quellen zu unterscheiden. 31,5 Prozent verneinen das. Damit gibt fast jeder Dritte offen zu, im Netz nicht sicher zwischen verlässlicher Information und Halbwahrheit unterscheiden zu können. 28,2 Prozent sind unentschieden.

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