Umbruch bei Telemedizin in den USA?

by | May 2, 2024

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Immer mehr Anbieter ziehen sich in den USA aus dem Telemedizin-Geschäfts zurück. Walmart sieht beispielsweise kein nachhaltiges Geschäftsmodell, dass man fortsetzen könnte.

 

Erst United Health und nun Walmart: Letzte Woche hat Gesundheitsdienstleister United Health bekanntgegeben, die Tochter Optum Virtual Care schließen zu wollen und sich damit aus dem Telemedizingeschäft zurückzuziehen. Die Nachricht folgte, nachdem die Belegschaft über soziale Medien von massiven Personalabbau berichtete. Nun kündigte auch Walmart an, seine 51 Gesundheitszentren sowie die Walmart Health Virtual Care Unit komplett zu schließen. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit den Walmart Gesundheitszentren und der Virtual Care Unit sei man zu dem Schluss gekommen, dass es für Walmart kein nachhaltiges Geschäftsmodell gibt, dass man fortsetzen könnte, heißt es in einer Pressemitteilung.

Lieber ein Ende mit Schrecken

Walmart Health ist erst 2019 an den Start gegangen, hat seine Aktivitäten dann aber relative schnell auf fünf US-Bundesstaaten ausgeweitet. Wann die einzelnen Zentren geschlossen werden, ließ das Unternehmen offen, nannte aber das schwierige Erstattungsumfeld, eskalierende Betriebskosten und die daraus mangelnde Rentabilität als Gründe für diese „schwierige Entscheidung“. Überraschend kommt die Kehrtwende dennoch, denn erst Anfang April hatte Walmart noch angekündigt, weitere Kliniken eröffnen zu wollen.

Ein Ende der Telemedizin bedeute das laut US-Experten allerdings nicht. Lediglich der Boom der Pandemie-Jahre sei vorbei, weshalb sich der Markt nun weiterentwickeln müsse, um tragbare Geschäftsmodelle zu entwickeln und vor allem auch die Langzeitpflege als festen Bestandteil zu integrieren. Für die Telemedizin 1.0 mit ihren standardisierten Modellen wie der virtuellen Notfallversorgung könnten die Entwicklungen in den USA jedoch Vorboten eines jähen Endes sein.

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