Übergewicht im Alter mit massiven Auswirkungen

by | Nov 1, 2023

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Adipositas ist eine große Belastung für die Gesundheitssysteme weltweit, die mit zunehmendem Alter und schlechtem Schlaf für weitere gesundheitliche Probleme sorgt. Das zeigt eine aktuelle Studie aus Brasilien. 

 

Es ist eine Henne-Ei-Frage: Schlafen übergewichtige ältere Menschen aufgrund ihres Körpergewichts schlecht oder sind sie übergewichtig, weil sie schlecht schlafen. Darauf liefert eine aktuelle, im Scientific Report veröffentlichte Studie der University of São Paulokeine Antwort, sie zeigt jedoch: Übergewichtige ältere Menschen, die schlecht schlafen, haben ein höheres Risiko für eine verminderte Muskelkraft, einen erhöhten Körperfettanteil und psychische Probleme. 

Die Studie hat vor allem vor dem demografischen Wandel in den Industrienationen sowie den steigenden Adipositaszahlen weltweit eine hohe Relevanz. Laut Prognosen des World Obesity Atlas 2023, für den die World Obesity Federation jährlich die wirtschaftlichen Auswirkungen von starkem Übergewicht in 161 Ländern analysiert, kosten die weltweiten Auswirkungen von Fettleibigkeit bis 2035 jährlich 4,32 Billionen US-Dollar. Eingerechnet sind Krankheitskosten, Fehlzeiten im Job, eine geringere Produktivität durch eine geringere Belastbarkeit, vorzeitiger Ruhestand und Tod. Zum Vergleich: Die Kosten entsprechen etwa drei Prozent des aktuellen weltweiten Bruttoinlandsprodukts, BIP, oder in etwa den Kosten der Covid-19-Pandemie im Jahr 2020. Und die Tendenz ist steigend: Lagen die Kosten für Fettleibigkeit 2019 noch bei 2,19 Prozent des globalen BIP, werden es 2060 bereits 3,29 Prozent sein. Gleichzeitig gehen Experten davon aus, dass sich Medikamente gegen Fettleibigkeit zum größten biopharmazeutischen Markt des Jahrzehnts entwickeln könnten. Bei Goldman Sachs schätzt man beispielsweise den Umsatz mit eben diesen Medikamenten alleine bis 2030 jährlich auf potenziell 100 Milliarden US-Dollar. 

In São Paulokonnten die Forscher nun zeigen, dass die „schlechten Schläfer“ unter den Studienteilnehmern deutlich mehr physische und psychische Probleme im Vergleich zu den „guten Schläfern“ hatten. Dazu zählten eine geringere Vitalität, stärkere Muskelschmerzen, Beeinträchtigung von körperlichen und geistigen Funktionen, höhere Körperfettwerte, eine geringere fettfreie Körpermasse, weniger Muskelkraft, sowie eine Verschlechterung der Werte für Angst, Depression und Lebensqualität. Das Forscherteam will weitere Ergebnisse aus einer ergänzenden Längsschnittstudie veröffentlichen, die sich auf Lebensstil-Therapien konzentriert, die negative Folgen im Zusammenhang mit einer veränderten Körperzusammensetzung verhindern sollen, also beispielsweise dem Verlust von Muskelmasse oder der Zunahme von Körperfett. 

 

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