Der jüngste Threat Intelligence Report von Check Point Research zeigt: die wöchentlichen Cyberangriffe auf das Gesundheitswesen sind im Vergleich zum Vorjahr pro Organisation um 32 Prozent gestiegen.
Über 2.000 Cyberangriffe auf Einrichtungen im Gesundheitswesen – pro Woche. Das sind die Zahlen, die Check Point Research nun in ihrem aktuellen Threat Intelligence Report veröffentlicht. Damit sei die durchschnittliche Anzahl der Angriffe pro Organisation im Vergleich zu Vorjahreszeitraum um 32 Prozent gestiegen.
Die angegriffenen Einrichtungen, darunter viele Krankenhäuser, seien damit ständig einer dreifachen Bedrohung durch Cyberkriminalität ausgesetzt: durch Ransomware-Angriffe, Datendiebstahl und sogar den Verkauf des Zugangs zu kritischen Gesundheitsnetzwerken im Dark Web.
Größter prozentualer Anstieg in Europa
Dem Bericht von Check Point zufolge verzeichnete Europa trotz der geringeren Zahl wöchentlicher Angriffe (durchschnittlich 1.686) mit 56 Prozent den größten prozentualen Anstieg, was die Experten auf eine zunehmende Abhängigkeit von digitalen Tools ohne parallele Investitionen in die Sicherheit zurückführen.
Auch Nordamerika ist mit 1.607 wöchentlichen Angriffen und einem Anstieg von 20 Prozent nach wie vor ein bevorzugtes Ziel. Hier sei es für Angreifer aufgrund der Fülle an sensiblen Patientendaten und einer etablierten digitalen Infrastruktur besonders lukrativ.
Allerdings würden die meisten Angriffe tatsächlich im asiatisch-pazifischen Raum stattfinden. Hier zählten die Experten durchschnittlich über 4.500 Angriffe pro Organisation, was einem Anstieg von 54 Prozent entspricht. Digitale Gesundheitsakten und eine starke Verbreitung von Telemedizin bieten aus Sicht der Hacker attraktive Ziele.
Auch in Lateinamerika gab es einen erheblichen Anstieg dieser Angriffe. Mit 2.703 wöchentlichen Angriffen pro Unternehmen, was einem Anstieg von 34 Prozent entspricht, ist diese Region aufgrund schwächerer Vorschriften und unterfinanzierter Initiativen zur Cybersicherheit besonders anfällig.
Angriffe im Servicepaket
Die Experten von Check Point sagen, dass vor allem auch die gezielte Organisation der Gruppen sowie der einfache Zugang zu „Ransomware-Lösungen“ – die gibt es wie andere Software mittlerweile auch „as-a-Service“ – dazu führen, dass die Anzahl der Angriffe steigt.
Ein Beispiel aus der Praxis ist laut Check Point ein Hacker namens Cicada3301, der in einem russischsprachigen Untergrundforum eine Anzeige für Ransomware-as-a-Service veröffentlichte. Er verlangt eine Provision von 20 Prozent für erfolgreiche Angriffe und bietet sogar Verhandlungsmechanismen für Streitigkeiten zwischen Partnern an.
Stellenwert von Cybersicherheit muss steigen
Um diese Risiken einzudämmen, müssen Gesundheitseinrichtungen umfassende Maßnahmen zur Cybersicherheit ergreifen, einschließlich technologischer Lösungen, Mitarbeiterschulungen und verbesserter Sicherheitsrichtlinien, heißt es von Check Point. Zu den wichtigsten Schritten gehöre der Einsatz von Anti-Ransomware-Lösungen, die regelmäßige Sicherung von Daten, die Segmentierung und Einschränkung des Zugriffs auf Informationen, die Schulung der Mitarbeiter zur Erkennung von Cyber-Bedrohungen, die Installation von Updates und Patches sowie die Gewährleistung sicherer Passwörter und einer mehrstufigen Authentifizierung.
Zudem verweisen sie in ihrem Report darauf, nationale und internationale Datenschutzstandards und -vorschriften einzuhalten, um die Sicherheit der Patienten und ihrer Daten zu gewährleisten.



