TÜV Röntgenreport 2025: Jedes achte Gerät mit Mängeln

von | Apr. 16, 2025

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Gute Nachrichten vom TÜV Röntgenreport: Die Mängelquote sinkt. Allerdings ist auch jeder fünfte Mangel schwerwiegend.

 

Über 15.000 Röntgengeräte haben TÜV-Sachverständige im vergangenen Jahr bundesweit geprüft – vier Prozent mehr als im Vorjahr. Doch während die Mängelquote leicht von 16 auf zwölf Prozent gesunken ist, bleibt die Zahl der beanstandeten Geräte hoch, ist nun im TÜV Röntgenreport 2025 zu lesen. „Trotz der positiven Entwicklung weist jedes achte Röntgengerät sicherheitsrelevante Mängel auf. Das ist ein klares Zeichen, dass wir bei regelmäßigen Prüfungen und hohen Qualitätsstandards nicht nachlassen dürfen“, sagt Dr. Alexander Schröer, Strahlenschutzexperte des TÜV-Verbands. „Röntgenstrahlung ist niemals harmlos. Daher müssen Geräte nicht nur technisch einwandfrei funktionieren, sondern auch korrekt betrieben werden, um die Strahlenbelastung für Patienten und medizinisches Personal zu minimieren.“

Besorgniserregend ist, dass fast jeder fünfte Mangel (19 Prozent) in die Kategorie der „schwerwiegenden Mängel“ fällt. Geräte mit einem schwerwiegenden Mangel dürfen erst nach der Mängelbeseitigung und einer erneuten Prüfung wieder in Betrieb genommen werden. Mehr als die Hälfte der gefundenen Mängel (56 Prozent) sind als „erheblich“ klassifiziert und 25 Prozent als „geringfügig“. Gut jede zweite (54 Prozent) der im Jahr 2024 geprüften Röntgeneinrichtungen ist der Zahnmedizin zuzuordnen. Die Einsatzbereiche Humanmedizin und Technik sind mit jeweils 19 Prozent vertreten, acht Prozent entfallen auf die Veterinärmedizin.

Überdurchschnittlich viele formale Mängel in der Dentalmedizin

Besonders hoch war die Mangelquote in der Zahnmedizin. Dort wurden insgesamt knapp 8.400 Geräte geprüft – rund die Hälfte davon waren „Dental-Tubus-Geräte“ (4.965 Prüfungen), mit denen Aufnahmen einzelner Zähne angefertigt werden und die in der Regel direkt im Behandlungszimmer stehen. 15 Prozent aller dort geprüften Anlagen weisen mindestens einen Mangel auf. Insgesamt haben die TÜV-Sachverständigen 1.814 einzelne Mängel an dentalmedizinischen Geräten festgestellt, was einer durchschnittlichen Mängelanzahl von 1,46 pro beanstandetem Gerät entspricht. 16 Prozent aller Mängel an dentalmedizinischen Röntgengeräten sind „schwerwiegend“, 54 Prozent „erheblich“ und 30 Prozent „geringfügig“.

Die häufigsten Mängel betreffen unzureichend gekennzeichnete Kontrollbereiche und mangelhafte Patientenschutzmittel. „Mängel an Patientenschutzmitteln und eine unzureichende Kennzeichnung des Kontrollbereichs sind keine Formfehler, sondern ein konkretes Risiko für Patienten und Personal“, sagt Schröer. „Gerade in der Dentalmedizin, wo Röntgengeräte häufig innerhalb des Behandlungsraums eingesetzt werden, ist ein klar abgegrenzter Kontrollbereich essenziell, um unbeabsichtigte Strahlenexposition zu vermeiden.“ Zwei von drei Mängeln (68 Prozent) in der Dentalmedizin wurden bei wiederkehrenden Prüfungen festgestellt. Das unterstreicht die Bedeutung regelmäßiger und gründlicher Kontrollen im laufenden Betrieb, um die Strahlensicherheit im Praxisalltag dauerhaft zu gewährleisten.

Humanmedizin: Auffälligkeiten bei Bildwiedergabe

Im Bereich der Humanmedizin wurden im Jahr 2024 insgesamt 2.939 Röntgengeräte geprüft. Davon waren 394 Geräte mängelbehaftet, was einer Mängelquote von 13 Prozent entspricht (2023: 14 Prozent). Die Sachverständigen dokumentierten 698 einzelne Mängel, durchschnittlich 1,77 Mängel pro beanstandetem Gerät. 19 Prozent der festgestellten Mängel sind „schwerwiegend“, 72 Prozent „erheblich“ und 9 Prozent „geringfügig“. Die meisten schwerwiegenden Mängel betreffen Bildwiedergabesysteme.

„Fehlerhafte Bildwiedergabesysteme gefährden die Diagnosesicherheit und können zu Fehldiagnosen oder unnötiger Strahlenbelastung führen“, sagt Schröer. „Eine hohe Qualität dieser Systeme ist entscheidend, um Krankheiten frühzeitig und zuverlässig zu erkennen.“ Bildwiedergabesysteme unterliegen seit 2024 neuen Anforderungen der Qualitätssicherungsrichtlinie mit regelmäßigen Prüfungen für Monitore und Bildwiedergabesysteme.

Mammographiegeräte: Beispiel für vorbildliche Qualitätssicherung

Positiv fällen im Report Mammographiegeräte auf, die in diesem Jahr aufgrund des 20-järhigen Bestehens des Mammographie-Screening-Programm (MSP) in Deutschland im Fokus des Röntgenreports 2025 stehen. In einer Sonderauswertung der Mammographiegeräte zeigt sich, dass die Qualitätskontrollen funktionieren. Von 109 geprüften Mammographiegeräten wiesen nur elf Mängel auf, was einer Mängelquote von zehn Prozent entspricht. Dabei handelte es sich fast ausschließlich um formale Fehler, die vor der Inbetriebnahme festgestellt wurden. Bei wiederkehrenden Prüfungen wurden nur drei Beanstandungen gemeldet. Das beweist: strenge Qualitätsanforderungen und regelmäßigen Kontrollen stellen höchste Standards sicher.

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