Trump erhöht Druck auf Pharmabranche

von | Apr. 22, 2025

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Nach Novartis kündigt heute auch Pharmakonzern Roche Milliardeninvestitionen in den USA als Folge von Trumps Zollpolitik an.

 

Das ist genau, was US-Präsident Donald Trump gerne als positive Konsequenz seiner Zollpolitik verkauft: Unternehmen, die ihre Produktion in die USA verlagern. Bei Big Pharma in der Schweiz scheint dieser Plan nun aufzugehen. Vor rund zehn Tagen hatte Novartis bereits Investitionen von 23 Milliarden US-Dollar über fünf Jahre in den USA angekündigt. Heute zieht Roche nach und legt sogar noch einen drauf: 50 Milliarden in den kommenden fünf Jahren sollen in Forschungs- und Entwicklungsstandorte fließen.

Die entsprechenden Meldungen der beiden Baseler Unternehmen lesen sich auch fast gleich. Novartis will künftig alle für amerikanische Patienten wichtigen Medikamente in den USA produzieren und dafür einen neuen Forschungs- und Entwicklungsstandort in San Diego sowie sechs neue Produktionsstätten bauen. 1.000 neue Jobs sollen so geschaffen werden.

Die 50 Milliarden von Roche sollen ebenfalls in neue Forschungs- und Entwicklungsstandorte sowie neue und erweiterte Produktionsanlagen unter anderem in Indiana, Pennsylvania, Massachusetts und Kalifornien fließen. Auch hier werden 1.000 neue Jobs bei Roche selbst und noch einmal über 11.000 bei Unternehmen geschaffen, die den Aufbau und die neuen Produktionskapazitäten selbst unterstützen.

Eine Frage der nationalen Sicherheit?

Bei Roche betont man das eigene langjährige Engagement in den USA, wo man nicht nur seit 110 Jahren aktiv sei, sondern auch eine wichtige Rolle für die Schaffung von Arbeitsplätzen spiele. CEO Thomas Schinecker sagt: „Unsere Investitionen in Höhe von 50 Milliarden US-Dollar in den nächsten fünf Jahren werden den Grundstein für unsere nächste Ära der Innovation und des Wachstums legen, die den Patienten in den USA und auf der ganzen Welt zugute kommen wird.”

Interessant ist zudem ein weiterer Verweis in der Meldung, wonach Roche mehr Medikamente aus den USA exportieren als importieren werde, sobald alle neuen und erweiterten Produktionskapazitäten in Betrieb genommen seien. Schon heute habe der Geschäftsbereich Diagnostika einen Exportüberschuss aus den USA in andere Länder.

Hier scheint man also nicht nur auf die trumpsche Zollpolitik zu reagieren, sondern vor allem auf eine neue Untersuchung, die das US-Handelsministerium nun gestartet hat. Die „Section-232-National-Security-Investigation“ soll herausfinden, ob möglicherweise die nationale Sicherheit gefährdet sein könnte, weil die Abhängigkeit der USA von Arzneimittel-Importen zu groß ist – in einer Welt mit sich zuspitzenden Konflikten durchaus eine Überlegung, die man auch in Europa hat.

Großer Fragenkatalog 

Allerdings fordern die USA Pharmahersteller nun konkret auf, diese Untersuchung nun mittels Fragenkatalog zu unterstützen. Und der hat es in sich. Es werden ausländische Lieferketten und ausländische Subventionen oder der Einfluss fremder Regierungen – etwa mithilfe von Exporteinschränkungen – auf die Arzneimittelversorgung der USA abgefragt. Außerdem sollen die Pharmakonzerne Machbarkeitseinschätzungen zum Auf- und Ausbau von Produktionskapazitäten in den USA abgeben.

Nachtigall, ik hör dir trapsen – bleibt also abzuwarten, wie andere Pharmakonzerne auf die Untersuchung reagieren, für die die Amerikaner innerhalb von nur drei Wochen eine Rückmeldung erwarten. Denn immerhin sind die USA der mit Abstand der größte Pharmamarkt. Laut Statista lagen alleine die Ausgaben für rezeptpflichtige Medikamente 2024 bei geschätzten rund 464 Milliarden US-Dollar. Knapp die Hälfte davon wird allerdings aus dem Ausland importiert und das, so haben viele Branchen rund um den Globus in den vergangenen Wochen gelernt, ist für die Trump-Administration inakzeptabel und Zölle die wohl logische Konsequenz.

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