Trotz Flaute bei Erkältungsmitteln: Umsatzplus bei Stada

von | Aug. 28, 2024

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Bei Stada in Hessen kann man heute gute Halbjahresergebnisse verkünden – trotz Flaute bei Erkältungsmitteln. Der geplante Ausstieg der Finanzinvestoren zieht sich dennoch.

Plus neun Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – der Umsatz von Stada im ersten Halbjahr 2024 kann sich durchaus sehen lassen. Rund zwei Milliarden Euro setzte das Unternehmen aus Bad Vilbel in den ersten sechs Monate um – und das, obwohl der Umsatz bei den eigentlich starken Erkältungsmitteln rückläufig war. Vorstandschef Peter Goldschmitt spricht von einem Wachstum über Marktdurchschnitt, von dem unterm Strich ein Gewinn von 186 Millionen Euro bleibt. Auch das sind noch einmal 15 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2023. Das EBITDA wuchs um elf Prozent auf 463,5 Millionen Euro, bereinigt um Währungs- und Sondereffekte.

Vor allem die Umsätze mit Generika (plus zwölf Prozent auf 838 Millionen Euro) und das Geschäft mit Spezialpharmazeutika (plus 14 Prozent auf 217 Millionen Euro) haben zu dem insgesamt positiven Halbjahreszahlen beigetragen. Vergleichsweise niedrig fiel hingegen der Zuwachs bei rezeptfreien Medikamenten aus. Hier ging das Geschäft nur um drei Prozent auf 768 Millionen Euro nach oben. Stada erklärt sich das mit einer relativ milden Erkältungs- und Hustensaison, die bei vielen eigenen Marken zu einer stark nachlassenden Kundennachfrage geführt hat.

„Der anhaltende Wachstumskurs von Stada ist ein Beleg für die Stärke und Widerstandsfähigkeit unserer Drei-Säulen-Strategie mit Consumer Healthcare, Generika und Spezialpharmazeutika“, ist CEO Peter Goldschmidt überzeugt. „Unser kontinuierliches Wachstum über dem Marktdurchschnitt belegt eindrucksvoll, dass unsere starke Unternehmenskultur Leistung fördert.“

Zahlen ohne Russlandgeschäft

Was in den Halbjahreszahlen nicht berücksichtigt wurde, ist das Russlandgeschäft. Die beiden Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven als Eigentümer von Stada hatten entschieden, es auszugliedern. Die Gründe dafür sind strategischer Natur: Stada soll entweder verkauft oder an die Börse gebracht werden. Und obwohl das Russlandgeschäft zuletzt mehr als 15 Prozent zum Umsatz beigetragen hat, gilt es aus politischen Gründen doch als Hürde für einen potenziellen Verkauf. Stada hatte sich trotz des Ukraine-Kriegs nicht aus Russland zurückgezogen und auf die medizinische Versorgung der Menschen vor Ort verwiesen. Aus rein wirtschaftlicher Perspektive eine lohnenswerte Entscheidung. Denn im vergangenen Jahr hatte noch ein Minus vor Russlandgeschäft gestanden.

Trotz dieser strategischen Entscheidung der Investoren scheinen sich die Gespräche über einen Verkauf respektive IPO von Stada dennoch zu ziehen. Die Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven sind dem Vernehmen nach weiter in Verhandlungen mit Interessenten wie Beteiligungsfirmen und Pharmaunternehmen. Parallel werde ein Börsengang vorbereitet.

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