TI-Atlas 2026: Digitale Anwendungen entfalten Potenzial

von | Juli 14, 2026

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Mehr Vernetzung, besserer Informationsfluss und eine spürbare Arbeitserleichterung. Der TI-Atlas 2026 der Gematik zeigt, dass Gesundheitseinrichtungen Digitalisierung positiv bewerten.

 

 

Wachsende Akzeptanz, spürbarer Nutzen – die TI-Anwendungen entfalten ihr Potenzial, attestiert die Gematik im aktuellen TI-Atlas 2026. Bereits zum sechsten Mal in Folge analysiert die nationale Agentur für digitale Medizin damit den Stand der Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen.

Vor allem die elektronische Patientenakte (ePA), das E-Rezept und KIM als zentrale Kommunikationslösung seien im Alltag angekommen. Mehr als zwei Drittel der befragten Arzt‑ und Zahnarztpraxen sowie Krankenhäuser geben an, dass sich der Austausch von Gesundheitsdaten durch die TI verbessert hat. In drei Vierteln der Einrichtungen gehören TI‑Anwendungen bereits zur Routine, sie vernetzen Akteure und verbessern spürbar die Versorgung. Immer mehr medizinische Fachkräfte bewerten die Anwendungen der TI positiv.

Vor allem die sektorenübergreifende Zusammenarbeit habe sich verbessert, berichten die Befragten. In Arztpraxen steigt die Zustimmung im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozentpunkte auf 70 Prozent, in Krankenhäusern um elf Punkte auf 85 Prozent.

„Der TI-Atlas 2026 zeigt, dass digitale Anwendungen im Versorgungsalltag verankert sind und dort konkreten Nutzen schaffen“, interpretiert Dr. Florian Hartge, Geschäftsführer der Gematik, die Umfrageergebnisse. „Die ePA, der digitale Medikationsprozess dgMP mit dem elektronischen Medikationsplan und eine stabile technische Infrastruktur bilden wichtige Bausteine für eine stärker vernetzte Versorgung. Auch Anwendungen wie das E-Rezept und die Kommunikation im Medizinwesen KIM sind aus dem Versorgungsalltag nicht mehr wegzudenken und zeigen, wie digitale Prozesse zunehmend selbstverständlich werden.“

Wird die ePA zur zentralen Schnittstelle?

Ein Schwerpunkt der Befragung lag auf der ePA, die sich in der Versorgung etabliert hat. Knapp 70 Prozent der Arztpraxen nutzen sie inzwischen intensiv. Auch Krankenhäuser setzen sie zunehmend ein: Etwa 50 Prozent arbeiten mit der ePA – drei Viertel davon bereits krankenhausweit. Allerdings beschränkt sich die Nutzung in den Krankenhäusern aktuell teilweise noch auf einzelne Anwendungsfälle und Funktionen. Bei der Gematik zieht man die Komplexität als Erklärung heran. Andere Auswertungen wie beispielsweise die der Deutschen Krankenhausgesellschaft unterstreichen, dass vor allem fehlende Schnittstellen zu den KIS das eigentliche Problem sind.

Dennoch zeige die zunehmende Nutzung der ePA konkrete Effekte, lesen die Expertinnen und Experten der Gematik aus den Ergebnissen heraus: Etwa zwei Drittel der medizinischen Einrichtungen und Apotheken berichten, dass Patienteninformationen durch die ePA schneller verfügbar sind. Auch Versicherte zeigen weiterhin eine hohe Bereitschaft, medizinische Informationen verfügbar zu machen. 90 Prozent der Versicherten, die die ePA kennen, halten sie für sinnvoll und etwa 80 Prozent befürworten den Zugriff behandelnder Einrichtungen auf wichtige Gesundheitsdaten.

Informationsfluss stimmt

Was der sechste TI-Atlas außerdem zeigt: Der Informationsfluss wird spürbar besser und damit Prozesse schlanker und die Zusammenarbeit einfacher. Drei Viertel aller Arztpraxen und Apotheken rechnen mit einer Verbesserung der medizinischen Versorgung. Das sind über zehn Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. In Krankenhäusern liegt die Zustimmung sogar bei 94 Prozent. Immer mehr Leistungserbringende gehen zudem davon aus, dass die TI ihre Arbeitsabläufe deutlich erleichtert. Die Zustimmung ist bei Praxen, Apotheken und Krankenhäusern um mehr als zwanzig Prozentpunkte zum Vorjahr gestiegen. Pflegeheime liegen nach einem Plus von zehn Prozentpunkten bei 83 Prozent.

Außerdem erwarten 76 Prozent der Befragten, dass TI-Anwendungen den Datenaustausch im Gesundheitswesen sicherer machen. 82 Prozent sehen das größte Potenzial in der Vernetzung von Versorgungsbeteiligten.

In Zukunft mehr KI

Ein weiteres prominentes Thema im TI-Atlas ist die KI. Bis zu einem Viertel der Einrichtungen setzt bereits erste KI‑Anwendungen ein – vor allem für Leitlinien‑ und Wissensrecherchen sowie zur Unterstützung der Therapieplanung. Allerdings gibt auch etwa die Hälfte der Einrichtungen an, bisher noch keine KI zu nutzen. Krankenhäuser melden, KI-Tools für die Bild-Befundanalyse (17 Prozent) und Arzt-Entlassbrief-Erstellung oder Zusammenfassung (16 Prozent) zu nutzen.

Zudem wurde der KI‑Einsatz in Dokumentationsassistenz, Patientenkommunikation, Korrespondenz wie etwa Versicherungsanträge, Terminvergabe, Abrechnungsunterstützung sowie Triage/Ersteinschätzung erhoben. In all diesen Bereichen lag die Nutzung allerdings auch nur bei höchstens 20 Prozent. Hier dürfte sich in kommenden Befragungen noch deutlich etwas verändern.

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