Thüringen: Intensiv(stationen) vernetzt

by | Jan 25, 2024

Anhoren

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Telemedizin soll in Thüringen bei der flächendeckenden Versorgung von Schwerkranken auf Intensivstationen helfen. Federführend ist das Universitätsklinikum Jena.

 

Bei der Akutbehandlung von Schlaganfällen ist Telemedizin mit Live-Videoschalten zwischen Kliniken zur Therapieabsprache bereits etabliert. In Thüringen sollen nun auch andere Schwerkranke davon profitieren. Dafür erhält das Universitätsklinikum Jena (UKJ) vom Land Thüringen eine umfassende Förderung für den Ausbau eines Teleintensivmedizin-Netzwerks im Freistaat.

Vorbild sei das Netzwerk „SAT4COV“ das – ebenfalls vom UKJ koordiniert – während der Corona-Pandemie über Live-Schaltungen spezialisierte Behandlungen von COVID-Patienten ermöglichte. Unter anderem Projektnamen – „InTeliNeT“ für Interdisziplinäres Teleintensiv-Netzwerk in Thüringen – soll es künftig thüringenweit die Behandlung von Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen verbessern.

Das Thüringer Gesundheitsministerium unterstützt das Teleintensivmedizin-Netzwerk für die kommenden zwei Jahre mit 1,3 Millionen Euro. Gefördert wird sowohl die gerätetechnische Ausstattung des Netzwerks als auch der personelle Aufwand zur Durchführung der Telekonsile, darüber hinaus die Fort- und Weiterbildung sowie die Qualitätssicherung für die teilnehmenden Netzwerkkliniken.

„Die Telemedizin gewinnt immer mehr an Bedeutung, um eine spezialisierte medizinische Versorgung möglichst wohnortnah zu realisieren. InTeliNeT demonstriert eindrucksvoll, wie gut das auch im stationären Sektor in einem so hoch technisierten und kritischen Bereich wie der Intensivmedizin funktionieren kann. Daher unterstützen wir dieses Netzwerk, das die Zusammenarbeit der Thüringer Kliniken zum Wohle der Patientinnen und Patienten noch weiter verbessert“, sagt Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner.

Bei der Koordination des Teleintensivmedizin-Netzwerks profitieren die Intensivmediziner des UKJ von den Erfahrungen, die sie in über zehn Jahren bei der Etablierung des Schlaganfallnetzwerkes sammeln konnten. „Mit einem Telekonsil zu den uns angeschlossenen Kliniken können wir innerhalb von wenigen Minuten die fachärztliche Beurteilung von Patienten mit Verdacht auf Schlaganfall sicherstellen, und das rund um die Uhr“, sagt Neurointensivmediziner Dr. Albrecht Günther.

In der Pandemie wurde dieses Konzept für SAT4COV in der Intensivmedizin übernommen. „Schon als wir uns vor drei Jahren mit den Intensivstationen in zehn Thüringer Kliniken vernetzt haben, hatten wir den Gedanken, das hier entstandene Netzwerk, die Technik, die Logistik und das Know-how für die Zukunft zu nutzen und ein Netzwerk für alle intensivmedizinischen Fragestellungen zu etablieren“, erklärt Professor Michael Bauer, Direktor der Klinik für Intensivmedizin und Anästhesiologie am UKJ. Die Förderung ermöglicht jetzt die Anbindung weiterer neun Kliniken.

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