Telematikinfrastruktur: Pflegeanbindung stockt

von | März 4, 2025

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Bis zum 1. Juli müssen rund 36.000 Pflegeeinrichtungen an die TI angeschlossen sein – was mit dem aktuellen Nachholbedarf illusorisch ist, zeigt eine bvitg-Umfrage.

 

Die Anforderungen sind über 90 Prozent der Pflegeeinrichtungen klar: Bis zum 1. Juli müssen sie an die Telematikinfrastruktur (TI) angeschlossen sein. Allerdings sind bisher nur wenige Einrichtungen auch aktiv geworden, zeigt eine gemeinsame Umfrage des Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e. V. und der Opta Data Gruppe.

Laut aktuellen Zahlen zur Anbindung haben bisher nicht ganz 12.000 Einrichtungen (etwa 33 Prozent) eine SMC-B beantragt, aber noch nicht erhalten. „Die Umfrage hat unseren Eindruck bestätigt, dass die Anbindung der Pflege an die Telematikinfrastruktur nicht mit, sondern nebenhergedacht wird“, konstatiert bvitg-Geschäftsführerin Melanie Wendling. Und das sei bei den den Herausforderungen, die Pflegeeinrichtungen momentan zu stemmen haben, nicht verwunderlich. „Hier müssen die Einrichtungen dringend besser informiert und auch praktisch in der Umsetzung unterstützt werden“, betont Wendling.

KIM-Anbindung noch schlechter

Bei der Anbindung an den E-Mail-Dienst KIM, kurz für Kommunikation im Medizinwesen, fallen die Zahlen mit etwa 2.000 vergebenen KIM-Adressen noch geringer aus. Im Umkehrschluss heißt das also: In nur vier Monaten müssen rund 27.000 Pflegeeinrichtungen eine SMC-B beantragen und noch über 34.000 Pflegeeinrichtungen an den KIM-Fachdienst angeschlossen werden.

Schwer zu glauben, dass das gelingen kann – zumal der Großteil (80 Prozent) der befragten Einrichtungen angab, dass fehlenden Schulungen, Anleitungen und Services der Grund für die noch nicht erfolgte Anbindung sind. Dabei seien die Kampagnen der Verbände, Ihre Einrichtungen rechtzeitig zu informieren, gelungen. Allerdings gestalte sich der Übergang in der Praxis schwierig, attestiert man beim bvitg.

Das größte Hindernis für die Einrichtungen, sich anschließen zu lassen, sei die andauernde Unzuverlässigkeit, betont auch Wolfgang Voßkamp, Digitalisierungsbeauftragter beim Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad) e.V.: „Bisher ist nicht eine einzige Umsetzung der Fachdienste fristgerecht umgesetzt worden. In der täglichen Beratung wird deutlich, dass niemand an die vorgegebenen Startdaten glaubt und sich der größte Teil der Einrichtungen deswegen nicht traut, Investitionen vorzunehmen.“

Auch deshalb habe sein Verband bereits 2024 vorgeschlagen, alle Termine so weit zu verschieben, dass sie dann sicher eingehalten werden können. Dass bis zum 1. Juli 2025 alle ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen an die TI angeschlossen sein werden, hält auch Voßkamp für illusorisch.

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