Teladoc: Erste Quartalsergebnisse nach CEO-Rauswurf

by | Apr 30, 2024

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Die Umstrukturierung des US-Telemedizinriesen Teladoc geht weiter – und belastet die Bilanz. Der Nettoverlust liegt bei 81,9 Millionen US-Dollar.

 

„Wir freuen uns über einen soliden Start in das Jahr mit einem starken Umsatz und bereinigtem EBITDA im ersten Quartal“, steigt Mala Murthy, CEO und CFO vom US-Telemedizin-Anbieter Teladoc, in die Präsentation der Quartalsergebnisse ein. Den Posten des CEO hat sie erst Anfang April interimsweise übernommen, nachdem Firmengründer Jason Gorevic das Unternehmen nach 15 Jahren an der Spitze verlassen musste. Was Murthy da noch nicht sagt: Auch der Nettoverlust im ersten Quartal war groß. 81,9 Millionen US-Dollar musste das in New York ansässige Unternehmen vermelden.

Teladoc führte den Verlust auf aktienbasierte Vergütungsaufwendungen in Höhe von 42,3 Millionen US-Dollar, Abschreibungen auf erworbene immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 64,2 Millionen US-Dollar sowie auf  Umstrukturierungskosten in Höhe von 9,7 Millionen US-Dollar zurück, die in erster Linie Abfindungszahlungen seien.

Umsatzwachstum wie von Analysten erwartet

Den Umsatz konnte Teladoc im Vergleich zum Vorjahresquartal leicht um drei Prozent von 629,2 auf 646,1 Millionen US-Dollar steigern. Teladoc Health Integrated Care hatte daran den größten Anteil. Hier stieg der Umsatz um acht Prozent im Vergleich zum Q1 2023. Weniger gut lief es bei der Tochter BetterHelp, wo der Umsatz um vier Prozent zurückging.

Das Unternehmen verzeichnete ein bereinigtes EBITDA von 63,1 Millionen US-Dollar, ein Anstieg von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr (52,8 Millionen US-Dollar). Auch hier dasselbe Bild: Das bereinigte EBITDA im Segment Integrated Care stieg um 36 Prozent auf 47,4 Millionen US-Dollar, bei BetterHelp ging es um 12 Prozent auf 15,5 Millionen US-Dollar zurück.

Murthy betonte in ihrem Statement wohl auch deshalb noch einmal, dass man sich aktuell in einer Übergangsphase befinde. Erst 2023 hat Teladoc rund 300 Mitarbeiter entlassen und auch die Büroflächen reduziert. Auch Anleger hatten 2023 rund um die Übernahme von Medizingeräte-Hersteller Livongo wegen Irreführung geklagt. Die Klage wurde jedoch abgewiesen. Bis Ende des Jahres soll ein neuer CEO gefunden sein, der das Unternehmen vor allem aus dieser „Übergangsphase“ herausholen soll.

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